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Deutscher Bundestag - Archiv

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Krischer fragt nach der Reaktorforschung

Oliver Krischer

Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen)

© DBT/photothek

In der Fragestunde am Mittwoch, 7. Mai 2014, erkundigt sich Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen) nach der Forschung an Hochtemperaturreaktoren des Forschungszentrums Jülich. Die dort – in Kooperation mit China - betriebene „Reaktorforschung“ dürfte es aus seiner Sicht angesichts des Atomausstiegs im Jahr 2011 gar nicht geben. Statt Steuergelder für ein Projekt auszugeben, „das hier vor 25 Jahren kläglich gescheitert ist“, sollte in die Verbesserung der Energieeffizienz und in die Entwicklung von Speichermöglichkeiten investiert werden. „Dort wird das Geld gebraucht, denn dort gibt es einen enormen Forschungsbedarf“, sagt der Abgeordnete. Das Interview im Wortlaut:


Herr Krischer, auch drei Jahre nach dem Atomausstieg wird Ihren Erkenntnissen nach im Kernforschungszentrum Jülich weiter Reaktorforschung betrieben. In der Öffentlichkeit war das eher unbekannt. Wie haben Sie davon erfahren?

Meine Fraktion hat eine Kleine Anfrage gestellt, weil wir mitbekommen haben, dass es in Jülich viele Kontakte mit China im Bereich der Atomforschung gibt. Aus der Antwort ging dann hervor, dass in der Tat ein sehr intensiver Austausch bis hin zur Projektarbeit und Beratung für die Entwicklung eines Reaktors geleistet wird.

Wie steht die Bundesregierung laut der Antwort dazu?

Bei uns ist der Eindruck entstanden, als ob seitens der Bundesregierung darin kein großes Problem gesehen wird. Dabei haben wir gedacht, dass es nach dem Atomausstieg auch keine Reaktorforschung mehr gibt.

Die Forscher in Jülich stellen jedoch in Abrede, dass sie Reaktorforschung betreiben. Wissen die nicht, was sie tun?

Die wissen genau, was sie tun. Sie schreiben nur einfach Sicherheitsforschung darüber, was dann legal wäre. Aber Sicherheitsforschung kann ja nicht stattfinden bei Reaktoren, die so noch gar nicht gebaut sind. Man leistet da eher einen Beitrag, um neue Atomtechniken zu entwickeln.

Die Forschung in Jülich wird in Kooperation mit China betrieben. Baut China also bald ein Atomkraftwerk mit deutschem Know-how?

Das ist nicht auszuschließen. Wir können aber nicht in Deutschland aus der Atomkraft aussteigen und gleichzeitig im Ausland mit Steuergeldern gefördertes Forschungs-Know-how anbieten, um neue Reaktoren zu entwickeln.

Was glauben Sie, warum die Bundesregierung Interesse an einer Fortsetzung der Atomforschung in Jülich hat? Will man möglicherweise die Zeit zurückdrehen in Richtung Ausstieg vom Ausstieg?

Zumindest will man die Reaktorforschung in Deutschland nicht komplett beenden, sondern sich ein Türchen offenhalten. Das zeigt sich auch daran, dass die letzte Bundesregierung massiv Geld für die Forschung zur Verfügung gestellt hat. Geld, das man besser in die Verbesserung der Energieeffizienz und in die Entwicklung von Speichermöglichkeiten gesteckt hätte. Dort wird das Geld gebraucht, denn dort gibt es einen enormen Forschungsbedarf. Stattdessen Steuergelder für ein Projekt auszugeben, das hier vor 25 Jahren kläglich gescheitert ist, halte ich für unverantwortlich.

(hau/06.05.2014)

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