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Deutscher Bundestag - Archiv

Artikel

Andreas Schockenhoff und Ernst Albrecht gewürdigt

Der Bundestag hat sich zu Beginn der Plenarsitzung am Donnerstag, 18. Dezember 2014, zu Ehren der am 13. Dezember verstorbenen Andreas Schockenhoff und Ernst Albrecht von den Plätzen erhoben. Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert sagte, der plötzliche Tod des im Alter von 57 Jahren „aus dem Leben gerissenen“ CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Andreas Schockenhoff aus Ravensburg habe „uns alle erschüttert“.

„Kollege, Weggefährte, persönlicher Freund“

Andreas Schockenhoff sei 24 Jahre lang „unser Kollege, politischer Weggefährte und vielen aus der Fraktion ein persönlicher Freund“ gewesen, auch über die eigene Fraktion hinaus. Über sich selbst habe er einmal gesagt: „Politik klärt nicht die letzten Fragen des Lebens. Sie darf Fehler machen, wenn sie zu Einsicht und Umkehr bereit ist. Mein Glaube gibt mir Kraft und Orientierung.“

Vielleicht erkläre sich aus dieser Einstellung seine innere Kraft auch in persönlichen Krisensituationen und der starke Rückhalt, „den ihm die Menschen aus seinem Wahlkreis gaben und ihn stets mit einem Direktmandat in den Deutschen Bundestag gewählt haben“, betonte Lammert. Schockenhoff gehörte dem Parlament seit 1990 an, seit 2005 war er stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion.

„Leidenschaftlicher Außenpolitiker“

Lammert nannte Schockenhoff einen „leidenschaftlichen Außenpolitiker“, dessen Interessen den westlichen wie den östlichen Partnern Deutschlands galten. Er sei nicht auf einem Auge blind gewesen, wenn die Wirklichkeit nicht den eigenen Wunschvorstellungen entsprochen habe. Das habe seinen Niederschlag vor allem in seinem Engagement als Vorsitzender der Deutsch-Französischen Parlamentariergruppe gefunden, die er 20 Jahre lang geführt und geprägt habe.

„Ich habe in den vergangenen Tagen sehr persönliche Briefe und Anrufe vom amtierenden wie dem früheren Präsidenten der Assemblée nationale erhalten, vom französischen Botschafter hier in Berlin, von Weggefährten und Mitgliedern im französischen Parlament, die die große Wertschätzung zum Ausdruck bringen, die er bei seinen französischen Freunden genossen hat“, sagte Lammert weiter. Sie machten die Betroffenheit deutlich, die „unsere französischen Kolleginnen und Kollegen mit uns teilen“ und für die er sich herzlich bedanke.

„Respekt und Dankbarkeit“

Schockenhoffs nüchterner Blick auf Wünsche und Wirklichkeiten habe auch die Art und Weise geprägt, wie er das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für die deutsch-russische zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit ausübte, betonte Lammert. Seine frühen Hinweise auf demokratische und rechtsstaatliche Defizite in Russland  seien weder hier wie dort überall gerne gehört worden. „Die Entwicklung Russlands zeigt leider, wie zutreffend seine Beobachtungen und wie berechtigt seine Warnungen gewesen sind.“

Andreas Schockenhoff sei unbeugsamer und dabei vielleicht verletzlicher gewesen als ein Mensch des öffentlichen Lebens zugeben darf, habe eine Kollegin in einem Nachruf geschrieben. „Ihm gebührt unser Respekt und unsere Dankbarkeit für alles, was in diesem Haus, für dieses Parlament, für die Demokratie und die Völkerverständigung geleistet hat. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Seinen Kindern und allen Angehörigen spreche ich im Namen des ganzen Hauses unsere Anteilnahme aus“, sagte der Bundestagspräsident.

„Ein Landesvater im besten Wortsinn“

Lammert erinnerte auch an den langjährigen niedersächsischen Ministerpräsidenten Dr. Ernst Albrecht, der ebenfalls am 13. Dezember im Alter von 84 Jahren verstarb. Er habe über Jahrzehnte zu den herausragenden Persönlichkeiten der bundesdeutschen Politik gehört und sei ein leidenschaftlicher Demokrat gewesen, unterstrich der Bundestagspräsident. Als Ministerpräsident von 1976 bis 1990, der länger als seine Vorgänger und seine Nachfolger amtierte, habe er dieses Bundesland geprägt. Dies habe Anerkennung weit über die Parteigrenzen hinweg gefunden.

Albrecht sei ein „Landesvater“ im besten Wortsinn gewesen, grundsatzfest, zukunftsoffen, heimatverbunden und weltläufig zugleich. Seine Entscheidung, vietnamesischen Bootsflüchtlingen in Niedersachsen eine neue Lebensperspektive zu bieten, werde in besonderer Erinnerung bleiben. Sie sei mehr als ein rhetorisches Signal der Humanität gewesen. Mit seinen Impulsen wie Entscheidungen habe Albrecht die Landes- wie die Bundespolitik mitgestaltet. „Wir haben Ernst Albrecht viel zu verdanken. Er wird unvergessen bleiben. An Albrechts Tochter, Verteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen, gewandt, sprach Lammert den Kindern und Angehörigen des Verstorbenen die Anteilnahme des Bundestages aus. (vom/18.12.2014)

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