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Deutscher Bundestag - Archiv

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Zeitmangel und die Folgen für kindliche Entwicklung

Mädchen und Uhr

Freizeit ist heute bereits für viele Kinder knapp.

© dpa

„Weil mein Tier immer Zeit für mich hat“, gehörten Haustiere zu den größten Kinderwünschen, sagte die Vorsitzende der Kinderkommission des Bundestages, Susann Rüthrich (SPD), zu Beginn des Expertengesprächs am Mittwoch, 2. Dezember 2015, zum Thema „Kinder brauchen Zeit“. Dieser häufig von Kindern geäußerte Wunsch und seine Begründung enthalte aber zugleich eine erschreckende Botschaft: Die Erwachsenen, die Eltern, nehmen sich offenbar zu wenig Zeit für die Kleinen.

„Idealzustand unter Druck geraten“

Wie wichtig die Ressource Zeit für die kindliche Entwicklung ist, welchen Einschränkungen jedoch der Tagesablauf der Kinder und Jugendlichen in der Regel unterliegt und wo Verbesserungen nötig und machbar sind, darüber referierten Immanuel Benz vom Jugendverband „Die Falken“, die Pädagoginnen Anikke Knackstedt und Andrea Mischke von der „Kinderschule Oberhavel“ sowie Silke Raab vom Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Genügend Zeit zu haben, aber auch die entsprechenden Orte und inhaltlichen Freiräume, dieser Idealzustand sei in unserer Gesellschaft zunehmend unter Druck geraten, stellte Immanuel Benz fest. Zu sehr schränkten heute verdichtete Ausbildungsgänge, überambitionierte Bildungsziele, gestiegene Leistungsanforderungen, aber auch Terminstress in der Freizeitgestaltung diese Räume ein.

„Kindheit nicht nur Vorbereitung auf das Erwachsenenleben“

Von Kindern und Jugendlichen werde heute zu häufig vor allem gefordert zu funktionieren. „Wir dürfen aber die Kindheit nicht allein als Vorbereitungsphase auf das Erwachsenenleben verstehen“, sagte Benz und forderte mehr freie und von den Kindern selbstbestimmt genutzte Zeiträume.

Solche Freiräume zu schaffen hat sich die „Kinderschule Oberhavel“ auf die Fahnen geschrieben. Anikke Knackstedt und Andrea Mischke machten deutlich, dass sie ihren Schülern mehr als nur Sachkompetenz vermitteln wollen. Soziale Fähigkeiten kämen in den meisten Schulen zu kurz.

Schule als Erfahrungs- und Entwicklungsraum

Die Aufgabe ihrer Schule verstehen die Pädagoginnen vor allem darin, für Kinder – und aus der kindlichen Perspektive – ein Erfahrungs- und Entwicklungsraum zu sein. Dazu arbeite ihre Schule nach dem Konzept des selbstbestimmten und altersübergreifenden Lernens ohne feste Altersklassen und ohne Stundenplan nach dem 45-Minuten-Schema. „Wir wollen unseren Kindern die Zeit geben, etwas zu ergründen“, sagte Knackstedt.

Silke Raab berichtete, wie man den Zeitengpässen der Eltern begegnen kann, von der besseren Arbeitszeitgestaltung bis zum Ausbau der Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Sie wies darauf hin, dass die Zuwendung zu Kindern und ein ausreichendes Zeitbudget dazu auch der wirtschaftlichen Stabilität von Familien bedürfe.

„Kommunikation verbessern, Verantwortlichkeiten schaffen“

Um die nötige Erwerbstätigkeit, um Berufstätigkeit und Familie besser miteinander zu vereinen, gehe der DGB seit nunmehr zwölf Jahren mit seinem Beratungsangebot „Zwischen Beruf und Familie passt kein ,Oder'“ auf Betriebe und Unternehmen zu, um vor Ort passgenaue Lösungen, vor allem beim Arbeitszeitenmanagement, zu erarbeiten. Oft wirke es bereits Wunder, die Kommunikation über das Thema in den Betrieben zu verbessern und klare Verantwortlichkeiten zu schaffen, sagte Raab.

Die Kinderkommission ist ein Unterausschuss des Bundestagsausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Seine Mitglieder wachen über die Berücksichtigung der Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen in Politik und Gesellschaft. (ll/02.12.2015)

Liste der geladenen Sachverständigen
  • Immanuel Benz, Die Falken
  • Silke Raab, Deutscher Gewerkschaftsbund, Bundesvorstand

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