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Deutscher Bundestag - Archiv

Artikel

Industriekaufmann aus Ostfriesland: Markus Paschke

Markus Paschke (SPD)

Markus Paschke (SPD)

© DBT/Melde

Markus Paschke ist ein überzeugter Gewerkschafter und engagiert sich seit 36 Jahren für Arbeitnehmerrechte. Seit fast 30 Jahren ist er Sozialdemokrat und überzeugt, dass soziale Gerechtigkeit die wichtigste Voraussetzung für den sozialen Frieden in einer Gesellschaft ist. „Als ich 1987 in die SPD eintrat, war das eine bewusste Entscheidung für diese Partei. Für mich als Gewerkschafter stand außer Frage, dass nur die SPD die Rechte der Arbeitnehmer mit Herzblut vertritt“, sagt der Abgeordnete.

Vorbild Willy Brandt

Sein Vorbild war und ist die Ikone der Sozialdemokratie: Willy Brandt. Der charismatische Politiker begeisterte Markus Paschke schon, als er noch ein junger Genosse war. Willy Brandt war Parteivorsitzender der SPD, als Markus Paschke 1963 geboren wurde. Im gleichen Jahr kam John F. Kennedy nach Berlin – in der Stadt der Alliierten und vier Sektoren war Willy Brandt regierender Bürgermeister.

Als Markus Paschke im Jahr 2013 erfolgreich für den Deutschen Bundestag kandidierte, war er 50 Jahre alt, holte in seinem Wahlkreis 31,2 Prozent der Erststimmen und zog über die niedersächsische Landesliste in den Bundestag ein. Im Petitionsausschuss vertritt er die Fraktion der SPD mit viel Herzblut. In diesem Ausschuss fühlt sich der gebürtige Bremer als Volksvertreter ganz nahe an den Menschen.

Schülervertreter und Schulsprecher am Gymnasium

Markus Paschke engagierte sich schon am Gymnasium in der Klassengemeinschaft und trat für einen gerechten Umgang und ein faires Miteinander ein. In der achten Klasse war er Schülervertreter, wurde zum Schulsprecher gewählt und organisierte Demos an seiner Schule. „Auslöser für unsere erste Protestdemo war das Berufsverbot, das über den beliebtesten Lehrer unseres Gymnasiums verhängt wurde, weil er DKP-Mitglied war. Wir waren so sauer über die Entlassung des Lehrers, dass wir sogar die Schule kurzzeitig besetzten, weil wir wollten, dass die Entscheidung rückgängig gemacht wird“, erinnert sich der Sozialdemokrat.

Genutzt hat es nichts. Der Lehrer kam nicht zurück an die Schule, aber bei Markus Paschke hat es das Bewusstsein gestärkt, dass man sich organisieren und kämpfen muss, wenn man ein Zeichen setzen will. „Dieses Ereignis brachte mir aber auch zwei weitere Erkenntnisse. Erstens: Nicht jede Aktion führt zwangsläufig zu einem Erfolg. Zweitens: Manchmal braucht man einen langen Atem, wenn man etwas erreichen will“, sagt der Abgeordnete.

Ausbildung zum Industriekaufmann und IG-Metall-Mitglied

Markus Paschke besuchte das Gymnasium bis zur Mittleren Reife und absolvierte ab 1980 eine Ausbildung zum Industriekaufmann. In der ersten Ausbildungswoche stand der Besuch beim Betriebsrat auf dem Plan, und der wurde für Markus Paschke zu einem Schlüsselerlebnis. Er erinnert sich: „Die Kollegen vom Betriebsrat erklärten uns die Rolle der Gewerkschaften und wie wichtig eine Arbeitnehmervertretung sei. Ich war sofort begeistert und wusste, hier will ich nicht nur dabei sein, hier will ich mich engagieren. Deshalb trat ich sofort in die IG-Metall ein.“

1987 Eintritt in die SPD aus voller Überzeugung

Seine Begeisterung und sein Engagement für die Gewerkschaftsarbeit sollte Jahrzehnte anhalten und im Laufe der Jahre kam er immer wieder mit Sozialdemokraten ins Gespräch und merkte, dass deren Positionen sich mit seinen deckten. 1987 entschied er sich, in die SPD einzutreten. „Die SPD stand für Gerechtigkeit und entsprach absolut meinen politischen Vorstellungen, deshalb wurde ich 1987 Sozialdemokrat. Aus voller Überzeugung, die richtige Partei gewählt zu haben.“

Im Jahr des Mauerfalls wurde Markus Paschke Gewerkschaftssekretär beim Vorstand der IG Metall in Frankfurt am Main und einige Jahre später in Emden. Obwohl Markus Paschke Mitglied der SPD war, engagierte er sich in dieser Zeit nicht aktiv in Parteiämtern. Er erinnert sich: „1989 wurde ich Mitglied im Ortsvereinsvorstand Bremen-Neustadt und im Unterbezirksvorstand der Jusos, aber mein Fokus und mein Engagement lag damals überwiegend auf der Gewerkschaftsarbeit.“

Effektives Netzwerk

Das spürten im Jahr 2008 auch die Delegierten, die Markus Paschke ihr Vertrauen aussprachen und ihn zum DGB-Regionsvorsitzenden für Ostfriesland und das Nördliche Emsland wählten. „Für mich war es kein Widerspruch, dass ich kein Parteiamt hatte, denn ich war als Gewerkschafter sowieso intensiv und auch kritisch mit meinen Sozialdemokraten im Gespräch. Ich forderte von den Genossen sehr eindringlich, dass sie sich in der Tradition der Sozialdemokratie verstärkt um die Rechte der Arbeitnehmer kümmern sollten“, sagt der Politiker. 

In seiner Funktion als Regionsvorsitzender des DGB arbeitete Markus Paschke aber nicht nur mit der SPD, sondern mit Politikern aller Parteien, mit Abgeordneten von Kreis- und Landtagen, Bürgermeistern von Städten und Gemeinden sowie mit Verbänden, Vereinen und Organisationen zusammen. „Durch diese Kontakte entstand im Laufe der Jahre ein sehr effektives Netzwerk, das mir in meiner Arbeit als Gewerkschafter sehr hilfreich war“, sagt Markus Paschke.

Bundestagskandidat im Wahlkreis Unterems

Als die SPD im Frühjahr 2013 einen Kandidaten für die Bundestagswahl suchte, sprachen die Genossen Markus Paschke an, ob er sich vorstellen könnte, für den Bundestag im Wahlkreis 25 (Unterems) zu kandidieren. „Ich war positiv überrascht über dieses Angebot, denn die Option, einmal Bundestagsabgeordneter zu werden, war nie Bestandteil meiner Lebensplanung. Bundespolitische Ambitionen hatte ich überhaupt nicht im Hinterkopf“, erzählt Markus Paschke.

Er sagte nicht sofort zu, sondern sprach mit Gewerkschaftern und Sozialdemokraten, mit Freunden und natürlich mit seiner Lebenspartnerin. Ihre Meinung und ihre Zustimmung zu einer Kandidatur waren dem Sozialdemokraten besonders wichtig. „Meine Zusage für eine Kandidatur machte ich auch davon abhängig, dass neben mir nicht weitere zehn Kandidaten aufgestellt wurden. Vier Jahre zuvor war nämlich das genau passiert und es hinterließ bei den Bürgern nicht den besten Eindruck“, sagt Markus Paschke.

Vor dem Bundestagswahlkampf noch vor den Traualtar

Als er zugesagt hatte, musste er sich erst einmal innerhalb der einzelnen Ortsgruppen der SPD im Wahlkreis bekannt machen, denn bis dahin war er parteipolitisch in Ostfriesland wenig in Erscheinung getreten. Sein Glück war, dass ihn viele aus seiner Arbeit als Gewerkschafter und DGB-Vorsitzender kannten, das erleichterte die Sache erheblich.

Anfang Mai 2013 sollte Markus Paschke in den Bundestagswahlkampf starten, er hatte allerdings vorher noch einen sehr wichtigen und besonders schönen Termin zu absolvieren: Seine Hochzeit. „Meine langjährige Lebenspartnerin und ich hatten unsere Hochzeit für August geplant. Wir mussten den Termin wegen des Wahlkampfes aber auf Mai vorverlegen, weil er sonst mitten in die heiße Wahlkampfphase gefallen wäre“, sagt Markus Paschke.

Von Haustür zu Haustür

Nach der Hochzeit begann für den frisch verheirateten Politiker der Bundestagswahlkampf, den er als sehr intensiv, spannend und fast durchweg positiv in Erinnerung hat. Markus Paschke sagt: „Ich bin von Haustür zu Haustür gegangen, um mich den Menschen als Kandidaten vorzustellen. Auf Straßen und Plätzen bin ich auf die Bürger zugegangen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ich war positiv überrascht, wie viel Zustimmung ich erhielt und meine Erfahrungen, die ich schon als Gewerkschafter machen konnte, bestätigten sich: Wer ehrlich und glaubwürdig ist und den Menschen nichts verspricht, von dem er weiß, dass er es nicht halten kann, gewinnt ihr Vertrauen.“

Sein ehrlicher Wahlkampf zahlte sich aus. Markus Paschke konnte für die SPD auf Anhieb 31,2 Prozent der Erststimmen gewinnen und lag damit fast zehn Prozent über dem Gesamtergebnis SPD. Beachtlich ist dieses Ergebnis auch deshalb, weil sich Markus Paschke gegen die CDU-Kandidatin Gitta Connemann behaupten musste, die 54,7 Prozent der Erststimmen holte und den Wahlkreis schon mehrfach gewonnen hatte.

Petitionsausschuss als Garant für Bodenhaftung

„Als ich in der Wahlnacht erfuhr, dass ich den Schritt vom Bundestagskandidaten zum Bundestagsabgeordneten mit einem respektablen Wahlergebnis geschafft hatte, war meine Freude groß. Ich war stolz darauf, dass mir so viele Menschen ihr Vertrauen ausgesprochen hatten. Ich wusste aber gleichzeitig, dass mit diesem Vertrauen eine enorme Verantwortung verbunden ist, die ich keinesfalls enttäuschen möchte“, sagt der Sozialdemokrat.

Im Bundestag vertritt Markus Paschke die SPD im Petitionsausschuss und im Ausschuss für Arbeit und Soziales. „Der Petitionsausschuss ist für mich ein Ausschuss, bei dem man als Politiker Bodenhaftung behält und nicht Gefahr läuft, sich in der vielschichtigen Bundespolitik zu verlieren. Im Petitionsausschuss erfährt man hautnah, wo die Menschen im Land Sorgen und Probleme haben. Die Kollegen aller Parteien räumen den vielen Petitionen und den Petenten einen großen Stellenwert ein, und es ist sehr positiv, dass die Zusammenarbeit im Ausschuss parteiübergreifend sehr kollegial ist“, sagt Paschke.

„Petitionsausschuss aufstocken“

Er würde sich allerdings wünschen, dass der Petitionsausschuss personell aufgestockt werden könnte, damit Petitionen schneller bearbeitet und Lösungen zeitnah herbeigeführt werden. 

„Hätten wir dort mehr Mitarbeiter, die zeitaufwendige Recherchen übernehmen und den Mitgliedern des Ausschusses die Unterlagen inhaltlich vorbereiten könnten, wäre das ein Schritt zu schnelleren Lösungen. Es wäre außerdem ein Signal an die Menschen im Land, dass sich die Volksvertreter noch engagierter um die Belange der Bürger kümmern“, sagt Markus Paschke. (bsl/15.08.2016) 

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