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Plädoyer für Dialog mit Saudi-Arabien durch Kultur und Bildung

Frau mit Kopftuch in Ausstellung in Saudi Arabien

Die deutsche Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik in Saudi-Arabien war Thema des Gesprächs.

© dpa

Offen kommunizieren und durch die Bereiche Kultur und Bildung in einen gemeinsamen Dialog zwischen Deutschland und Saudi-Arabien eintreten, diese Forderungen äußerten Vertreter aus Politik, Kultur und Bildung in einem öffentlichen Fachgespräch des Unterausschusses für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik des Auswärtigen Ausschusses. In der Sitzung am Montag, 17. Oktober 2016, unter der Leitung von Dr. Bernd Fabritius (CDU/CSU), standen die Perspektiven der deutschen Kultur- und Bildungspolitik im Königreich Saudi-Arabien im Fokus.

„Junge Generation als Brückenbauer“

Das kulturelle Erbe als Sprache einsetzen, die jeder spricht, schlug Dr. Awwad Saleh A. Alawwad, Botschafter des Königreichs Saudi-Arabien, in seiner Bewertung der aktuellen Situation vor. Das Königreich und Deutschland unterhielten eine sehr gute Kommunikation. Es sei jedoch wichtig, dass die Stimme Saudi-Arabiens gehört werde. „Deutschland ist das wichtigste Land in Europa, Saudi-Arabien eines der wichtigsten im Nahen Osten – wir können es uns gar nicht leisten, nicht zusammenzuarbeiten“, so der Botschafter.

Kultur sei dabei der Faktor, der die Menschen außerhalb der reinen Politik zusammenbringe. Die Förderung des kulturellen Erbes sei ein wichtiger Aspekt - wie durch das Janadriyah-Festivals. Bei dem größten kulturellen Ereignis Saudi-Arabiens war Deutschland 2016 als Gast vertreten. Aber auch die Unterstützung der Bildung von Männern und Frauen, unter anderem durch Stipendien und Auslandsreisen, sind nach Ansicht des Botschafters zentrale Aspekte. Gerade die junge Generation fungiere „als Brückenbauer“ zwischen den Kulturen. Mit dem neuen Reformprogramm der Regierung, „Vision 2030“, wolle man sich an den Bedürfnissen der jungen Gesellschaft orientieren.

„Kulturpolitik der kleinen Schritte“

Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Institutes, verwies auf die langsame Öffnung Saudi-Arabiens seit 2005. Auch wenn man Urteile wie gegen den Blogger Raif Badawi kritisch sehe, müsse man im Dialog bleiben. Man könne im Kulturdialog etwas verändern, wenn man miteinander spreche, so Ebert. Dazu gehöre die Unterstützung des Janadriyah-Festivals ebenso wie Sprachkurse, die das Goethe-Institut unter anderem in der Hauptstadt Riad fördert. „Die breite saudische Gesellschaft ist offen für Angebote – über Alters- und Geschlechtergrenzen hinaus“, sagte Ebert.

Auf die Wirksamkeit kultureller Narrative und Förderprogramme verwies auch Prof. Dr. Friederike Fless, Leiterin des Deutschen Archäologischen Institutes. Der Diskurs über antike Vernetzungen trage auch zur aktuellen Vernetzung der Wissenschaftler bei. „Gegensätze auf politischer Ebene werden auf archäologischer überwunden“, so Fless. Daher müsse eine gemeinsame Forschung unbedingt weitergeführt werden.

„Unpolitische Freiräume schaffen“

Die Grenzen des gesellschaftliche Akzeptablen auszuloten und unpolitische Freiräume zu schaffen, in denen Auseinandersetzung möglich ist, forderte auch Dr. Andreas Görgen, Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amtes. Dies habe man mit dem Partner Saudi-Arabien immer wieder getan. „Arbeit an der Vergangenheit ist wichtig, sie zeigt Alteritäten (interkulturelle Andersartigkeiten; die Redaktion) auf, die auf die Zukunft verweisen“, so Görgen. Trotzdem sei besonders die Vision 2030 der saudischen Regierung hoch aktuell und für die Öffentlichkeit wirksam.

„Wir versuchen, uns an die neuen kulturellen Entwicklungen anzupassen“, sagte Dr. Awwad Saleh A. Alawwad. Kritik an politischen und kulturellen Entwicklungen in Saudi-Arabien müsse jedoch konstruktiv bleiben. „Es ist nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Regierung, die viel verändern will.“ (lau/18.10.2016)

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