Das Parlament
Nr. 31-34 / 1.08.2011
Karl Schlögel
SPURENSUCHE
Die Mauer war das Sinnbild eines zur Normalität gewordenen Ausnahmezustands
Fast könnte man denken, die Mauer in Berlin hätte es nie gegeben. An den Kreuzungen, die einmal einsam und verödet lagen, staut sich der Verkehr, im Grenzgelände von einst herrscht Hochbetrieb. Die Brache, die Krieg und Teilung am Potsdamer Platz hinterlassen hatten, ist von Hochhaustürmen besetzt.
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Jörg Biallas
Wer je versucht hat, einem Kind den Mauerbau zu erklären, kennt die zentrale Frage: Warum haben die das gemacht? Da hilft kein Verweis auf zeitgeschichtliche Zusammenhänge, auf weltpolitische Bedingungen, auf militärstrategische Konstellationen. Warum haben die das gemacht? Ein ganzes Land
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Aus Politik und Zeitgeschichte
Nr. 31 / 01.08.2011 - Thema: 50 Jahre Mauerbau
Hans-Georg Golz
In der Nacht zum 13. August 1961 geschah mitten in Berlin Unvorstellbares. Mit Stacheldrahtverhauen und Ziegelmauern begannen die Machthaber in der DDR damit, die Grenzen zum Westen zu schließen und eine Millionenstadt zu teilen. Die nachts taghell erleuchteten Sperranlagen, die Spanischen Reiter ...
Günter Kunert
Günter Kunert Der Sonntag hatte so schön begonnen. Wunderbares Wetter verlockte zu einer Spritztour an den Müggelsee. Zwar sollte es zu einer Spritztour kommen, doch anders als gedacht. Draußen in der Straße Stille und kein Passant. Wie friedlich die Welt einem doch vorkommen konnte. Die örtliche ...
Hope M. Harrison
Walter Ulbricht, der Erste Sekretär des Zentralkomitees der SED, war die treibende Kraft hinter der Grenzschließung und dem Mauerbau in Berlin vor fünfzig Jahren. Acht Jahre lang hatte er sich um Zustimmung der Sowjetunion bemüht, die Grenze abzuriegeln, um den Flüchtlingsstrom einzudämmen, aber die ...
Gerhard Wettig
Am 27. November 1958 richtete die UdSSR das erste Berlin-Ultimatum an die Westmächte: Binnen sechs Monaten sollten sie sich an einem Friedensvertrag mit beiden deutschen Staaten beteiligen. Demnach hatten sie West-Berlin aufzugeben, das zwar als „Freie Stadt“ weiter das kapitalistische ...
Hans-Hermann Hertle
Am 24. August 1961, elf Tage nach der Abriegelung der Sektorengrenzen mit Stacheldraht und kurz nach der Errichtung der ersten Teilstücke der Berliner Mauer aus Hohlblocksteinen, peitschen im Grenzbereich nahe der Charité und unweit des Reichstagsgebäudes Schüsse auf. Transportpolizisten haben von ...
Andreas Kötzing
Eine der beliebtesten Metaphern zur Kultur des „Kalten Krieges“ ist das Wetter. So werden die Jahre nach Stalins Tod beispielsweise gerne als Periode des „Tauwetters“ bezeichnet, da den Kunstschaffenden in der Sowjetunion und in anderen Staaten des Ostblocks vergleichsweise ...
Daniela Münkel
Auf einer Dienstbesprechung der Leitungsebene des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) 1 sprach Erich Mielke am 11. August 1961 den viel, aber nicht alles sagenden Satz: „Wenn in den nächsten Tagen entscheidende Maßnahmen beschlossen werden, muss jegliche Feindtätigkeit verhindert ...
Dirk Schindelbeck
Im Zusammenhang mit der Errichtung der Berliner Mauer haben sich kaum ein Dutzend Bilder unserem kollektiven Gedächtnis eingebrannt. Zu dem kleinen Kanon gehören das Plakat mit dem Ulbricht-Porträt und -Zitat „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten …“, das von bewaffneten ...
Sybille Frank
In Deutschland vollzieht sich seit einigen Jahren ein regelrechter Geschichtsboom: Städte reinszenieren und rekonstruieren aufwändig (wie Frankfurt am Main) ihre versunkenen Altstadtviertel oder bauen (wie Potsdam) ihre zerstörten Stadtschlösser wieder auf. Jeden zweiten Tag eröffnet ein neues ...
Zusammenfassung dieser Beilage
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