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Deutscher Bundestag - Archiv

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Hammelsprung, Saaldiener und der Chef des Hauses

Im Bundestag unterwegs: Sechstklässler aus Cottbus

Im Bundestag unterwegs: Sechstklässler aus Cottbus

© DBT/Melde

Wenn es laut wird im Reichstagsgebäude, tobt zumeist ein erbitterter Redestreit im Plenum. Oder es ist Kindertag im Bundestag, wie am Montag, 28. November 2011. Gut 900 Kinder aus insgesamt 38 Schulklassen erfuhren Interessantes über Hammelsprungverfahren, Saaldiener und den Chef des Hauses. Dass dies nicht Angela Merkel ist, erstaunte die Schüler einer sechsten Klasse aus Potsdam doch ziemlich. Für den Besucherführer des Bundestages keine überraschende Antwort.

So erläuterte er dann auch, dass Merkel „Chefin der Bundesregierung“ sei und außerdem gegenüber in der „Waschmaschine“ wohne. Dem großen runden Fenster verdanke wohl das Kanzleramt diesen Namen, sagte der Mann vom Besucherdienst. Bei der weiteren Suche nach dem Chef musste er schließlich nachhelfen, als auch die von den Schülern ins Spiel gebrachte Antwort: Hausmeister Kalli Bierkant - aus der Kinderserie „Politibongo“ - sich als falsch erwiesen hatte. Der Bundestagspräsident sei der Hausherr, erklärte der Besucherführer. Und musste schließlich noch klarstellen, dass dessen Name nicht Christian Wulff, sondern Norbert Lammert ist.

Begrenzte Redezeiten

Dass Lammert als Bundestagspräsident und Chef des Hauses während der Sitzungen den Platz in der Mitte einnimmt, war für die Schüler verständlich. Um ihn herum säßen dann die Schriftführer und die Saaldiener, sagte der Besucherführer. Letztere seien nicht nur dafür zuständig, den aktuellen Rednern ein Glas Wasser zu kredenzen.

„Sie stellen auch die jeweilige Redezeit ein“, erläuterte er. Wie – kann hier nicht jeder reden so lange er will? Die Schüler zeigten sich erstaunt. Nein – die Redezeit werde nach dem Proporz vergeben. Erstaunte Blicke. Nun, wer bei der Wahl mehr Stimmen bekommen hat, darf auch länger reden, erläuterte der Besucherführer. Ach so – das leuchtete den Elfjährigen ein.

Wenn Abgeordnete durch Türen gehen

Nicht nur geredet, sondern auch abgestimmt wird im Bundestag. „Manchmal gehen die Abgeordneten dabei durch Türen“, wusste ein gut informierter Junge mitzuteilen, um wenig später erstaunt festzustellen, dass er mit seiner Klasse genau vor diesem Türen mit den Überschriften „Ja“, „Nein“ und „Enthaltung“ stand.

Hier findet das Hammelsprungverfahren statt, sagte der Mann vom Besucherdienst. Die Abgeordneten würden gezählt, wenn sie durch die Tür mit ihrer Entscheidung gingen. Damit keiner auf die Idee kommt, auf der anderen Seite den Sitzungssaal zu verlassen und sich noch einmal anzustellen, seien alle anderen Türen während der Abstimmung geschlossen.

Anklopfen bei der Kanzlerin

Von den Hammelsprungtüren geht es weiter zu den russischen Graffitis. Die Rote Armee sei als erste der Alliierten in Berlin gewesen, sodass die meisten Inschriften auch von russischen Soldaten seien, erläuterte der Besucherführer. Vereinzelt hätten sich später auch amerikanische, englische und französische Soldaten an den Wänden des Reichstagsgebäudes verewigt.

Wenig später stehen die Kinder vor dem Büro der Kanzlerin im Reichstagsgebäude und dürfen auch mal laut anklopfen. Doch es ist niemand da. Ab Mittwoch könnte das anders sein, erfahren die Kinder. Dann steht die Befragung der Bundesregierung auf dem Programm.

Ein Fall für die Bundestagspolizei

Auf den Besucherbänken des Plenarsaals sitzend erkundigen sich die Kinder, ob man auch unten in den Saal gehen könne. Nein, lautet die Antwort. Das dürften nur Abgeordnete, Vertreter der Bundesregierung und des Bundesrates. „Auch Bundespräsident Wulff muss oben auf der Tribüne Platz nehmen, wenn er im Bundestag ist“, sagt der Besucherführer.

Was aber passiert, wenn nun doch jemand versucht in den Sitzungssaal zu gelangen, will einer der Schüler wissen. „Kommt er dann ins Gefängnis?“ Das sei ein Fall für die Polizei des Bundestages, entgegnete der Mann vom Besucherdienst. Die eigentliche Polizei habe hier nichts zu bestimmen, sagt er. „Das Reichstagsgebäude ist so eine Art exterritoriales Gelände.“

Bernd das Brot und seine Mitstreiter

Bei ihrem Besuch auf dem exterritorialen Gelände geht es für die Schüler schließlich noch auf die Reichstagskuppel. Dort treffen sie – zumindest akustisch – auf Bernd das Brot und seine Mitstreiter Chili das Schaf und Briegel der Busch.

Die aus dem Kinderfernsehen bekannten Figuren erläutern nämlich per Audio-Guide den Kindern, was es wo von der Reichstagskuppel aus zu sehen gibt. Mit einer Stofftasche voller kleinerer Geschenke wie etwa Luftballons, einem Adventskalender, ein paar Gummibärchen und einer Politbongo-DVD mit den neusten Folgen gehen die Kinder nach Hause.

Noch einzelne Termine frei

Der nächste Kindertag im Bundestag findet am Montag, 19. Dezember 2011, statt. Einzelne Termine für Schulklassen sind nach Aussage des Besucherdienstes noch frei.

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