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Deutscher Bundestag - Archiv

Artikel

Ein Reichstagstunnel und eine verschlossene Tür

Im Durchgang zwischen Jakob-Kaiser-Haus und Reichstagsgebäude stießen die Schülerinnen und Schüler auf diese kleine Ausstellung.

Im Durchgang zwischen Jakob-Kaiser-Haus und Reichstagsgebäude stießen die Schülerinnen und Schüler auf diese kleine Ausstellung.

© DBT/Götz Hausding

Von besinnlicher Vorweihnachtsruhe ist der Bundestag Mitte Dezember noch weit entfernt. Schließlich sollen in der letzten Sitzungswoche des Jahres die Kanzlerin gewählt und die Bundesregierung vereidigt werden, wozu sich wohl sämtliche 631 Abgeordneten einfinden werden. Am Montag, 16. Dezember 2013, waren es jedoch zunächst rund 800 Schulkinder, die in den Gängen des Reichstagsgebäudes für hektisches Treiben sorgten. Zum letzten Mal in diesem Jahr lud der Bundestag zum Kindertag ein. 

Blick über die Dächer Berlins

Gekommen sind unter anderem die Schüler der Klasse 6a der Steinweg-Schule in Kleinmachnow bei Berlin. Sie staunten über kyrillische Schriftzeichen an den Wänden, kletterten durch die Reste des historischen Tunnels unter dem Gebäude und rüttelten an der – bedauerlicherweise verschlossenen – Tür zum Büro von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Schließlich durften sie auch auf der Besuchertribüne des Plenarsaals Platz nehmen. Den Abschluss des Besuches bildete der Gang auf die Kuppel. Bei bestem Wetter konnten die Kinder über die Dächer Berlins schauen, fast schon bis ins heimatliche Kleinmachnow…

Der Tunnel zum Reichstag

eim Rundgang durch das Reichstagsgebäude erwiesen sich die Elf- bis Zwölfjährigen zuvor als interessiert und informiert. Was auch mit der Kinderserie Politibongo zu tun hat. „Den Ofen da kenne ich aus der Serie“, zeigt sich eine Schülerin begeistert, als die Gruppe im Übergang zum Jakob-Kaiser-Haus die Überreste des Heizungstunnels, der einst zwischen Reichstagsgebäude und dem ehemaligen Sitz des Reichstagspräsidenten lag, erspäht.

Besucherführerin Mirjana Höltkemeier erläutert, dass es sich nicht um einen Ofen, sondern um einen Tunnel handelt, der im Zusammenhang mit dem Reichstagsbrand 1933 eine Rolle spielt. Zwar sei der holländische Anarchist Marinus van der Lubbe seinerzeit als mutmaßlicher Brandstifter im Reichstagsgebäude festgenommen worden und habe sich dazu bekannt, die Tat alleine begangen zu haben. Doch gebe es auch Spekulationen, dass Nazis durch den Tunnel in den Reichstag gelangt seien, um ihn anzuzünden.

Die Kanzlerin ist nicht da

Was die russischen Graffitis an den Wänden des Reichstagsgebäudes angeht, so erzählt Besucherführerin Höltkemeier, dass diese von den Soldaten der Roten Armee stammten, die 1945 Berlin erobert haben. „Da waren natürlich auch einige Beschimpfungen dabei, die man später auch auf Wunsch der russischen Seite nicht restauriert hat“, sagt sie.

Vor dem Büro von Angela Merkel zücken die Kinder ihre Fotoapparate. Dass die Kanzlerin nicht da ist, nehmen sie zur Kenntnis. „Können wir nicht trotzdem mal reinschauen?“, fragt einer. Doch da lässt sich wohl nichts machen. „Ihr wollt doch auch nicht, dass jemand in euer Zimmer schaut, wenn ihr nicht da seid“, sagt Mirjana Höltkemeier, und die Schüler nicken.

„Multifunktional religiöser Raum“

Statt ins Büro der Kanzlerin geht es nun in den Andachtsraum. Der von dem Künstler Günther Uecker gestaltete Raum biete den Abgeordneten aller Religionen, „aber auch den Atheisten“, die Gelegenheit, im hektischen Politikbetrieb einen Moment der Ruhe und der inneren Einkehr zu finden, sagt die Besucherführerin.

Für die Glaubensausübung wurden verschiedene Möglichkeiten erschaffen. Für die Christen gibt es ein Kreuz sowie das Glockengeläut des Kölner Doms vom Band. Moslems und Juden ist durch eine extra eingebaute Kante auf dem Boden die Richtung gen Mekka sowie Jerusalem gewiesen. „Der Raum ist multifunktional religiös“, sagt Besucherführerin Höltkemeier.

Fünf Kindertage im nächsten Jahr

Die Schüler sind angetan von der Raumgestaltung wie auch von der gesamten Führung durch das Gebäude. „Das gefällt uns gut“, sagt einer und alle nicken. Marita Lange, die Klassenlehrerin, macht deutlich, dass der Besuch des Reichstagsgebäudes für die Schüler kein lästiges Pflichtprogramm ist. „Die Kinder hatten daran ein großes Interesse“, sagt sie.

Wer ebenfalls im Rahmen des Kindertages den Bundestag und seine Gebäude besuchen möchte, hat im kommenden Jahr dazu an fünf Terminen die Gelegenheit (17. Februar, 17. März, 5. Mai, 10. November, 15. Dezember). (hau/16.12.2013)

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