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Deutscher Bundestag - Archiv

Artikel

„Diskriminierung von Mädchen beenden“

Anlässlich des Weltmädchentages am 11. Oktober haben Redner aller Fraktionen ein Ende der Diskriminierung vom Mädchen gefordert. Während der Debatte am Freitag, 10.Oktober 2014, machte Claudia Lücking-Michel (CDU/CSU) deutlich, dass in vielen Ländern der Erde die in den Millenniumszielen verankerte Gleichstellung noch weit entfernt sei. Annette Groth (Die Linke) verwies darauf, dass es Frauen und Mädchen seien, die unter Kriegen und anderen Katastrophen am stärksten zu leiden hätten. Der Bundestag, so forderte Michaela Engelmeier (SPD), müsse sich auch abseits des Weltmädchentages für die Rechte von Mädchen einsetzen. Uwe Kekeritz (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, es müsse darum gehen, das Selbstbewusstsein von Frauen und Mädchen zu fördern.

CDU/CSU: Wie Szenen aus einem Horrorfilm

Claudia Lücking-Michel verwies darauf, dass Frauenrechte erst 1993 als universelle Menschenrechte festgeschrieben worden seien. Inzwischen habe sich die Entwicklung jedoch teils umgekehrt. „Berichte aus dem Nordirak hören sich an wie Szenen aus einem Horrorfilm“, sagte sie. Systematische Vergewaltigungen gebe es ebenso wie den Handel mit Frauen und Mädchen, die „als Sklavinnen verkauft werden“. Von den eigenen Familien würden betroffene Mädchen zudem noch als „entehrt“ verstoßen.

Den Weltmädchentag zu begehen, sei 2014 wichtiger denn je, sagte die Unionsabgeordnete. Schließlich beginne die Unterdrückung teils schon vor der Geburt, wenn zielgerichtet Mädchenföten abgetrieben würden. Angesichts der noch immer nicht erreichten Gleichstellung sagte Lücking-Michel: „Wir müssen alles dafür tun, damit Mädchen ihr Recht auf Bildung wahrnehmen können.“

Linke: Das Geschäft mit Frauen und Mädchen boomt

Weltweit 31 Millionen Mädchen im entsprechenden Alter würden keine Grundschule besuchen, sagte Annette Groth (Die Linke). Das seien fünf Millionen mehr als bei den Jungen des gleichen Alters. Dass zwei Drittel aller Analphabeten weiblich seien, „ist kein Zufall, sondern ein strukturelles Problem“, befand Groth. Im Übrigen sei es ein Skandal, dass Frauen nur ein Prozent des weltweiten Eigentumes besäßen, allein in Afrika jedoch 80 Prozent der Agrarprodukte von Frauen und Mädchen produziert würden.

Auch die Linke-Abgeordnete ging auf die Situation in Syrien und dem Nordirak ein. Die IS-Terrormilizen benutzten Frauen und Mädchen als Druckmittel, vergewaltigten und verkauften sie. „Das Geschäft mit Frauen und Mädchen boomt“, sagte Groth. Käufer kämen auch aus Deutschland. „Das muss von uns allen bekämpft werden.“ Statt in die Rüstung müsse Geld in die Bildung von Mädchen investiert werden, forderte Groth.

SPD: Mindestens neun Jahre Schulzeit

„Dringenden Handlungsbedarf“ erkannte auch Michaela Engelmeier (SPD). „Wir wollen mit parlamentarischen Initiativen dafür sorgen, dass mehr Mädchen Gleichberechtigung erfahren und mindestens neun Jahre zur Schule gehen“, sagte sie. Vorgegangen werden müsse auch dagegen, dass Mädchen gegen ihren Willen vor dem 18. Lebensjahr verheiratet werden. Laut Unicef betreffe dies mehr als 60 Millionen Mädchen, die „nicht nur ihrer Kindheit beraubt werden, sondern auch ihrer Chancen auf Bildung und Beruf“.

Engelmeier wies auf ein spezielles Problem hin: Da viele Mädchen nach der Geburt nicht offiziell registriert würden, fehle es ihnen später an Mitbestimmungsrechten und Zugang zu Bildung. „Ohne Eintrag in ein Geburtenregister erhält man keinen Pass, hat man keine Bürger- und Wahlrechte, kann man keinen Besitz erwerben und wird häufiger Opfer von Menschenhandel“, machte die SPD-Politikerin deutlich. „Ich werbe dafür, möglichst viele niederschwellige Registrierungsangebote zu schaffen“, sagte sie.

Grüne würdigen Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai

Wie schon seine Vorrednerinnen lobte auch Uwe Kekeritz (Bündnis 90/Die Grünen) die Entscheidung des Nobelpreiskomitees, den Friedensnobelpreis in diesem Jahr der 17-jährigen pakistanischen Menschenrechtsaktivistin Malala Yousafzai zuzusprechen. Als Elfjährige schon habe sie – im pakistanischen Swat-Tal unter einer Taliban-Herrschaft lebend – einen Internetblog geschaffen, in dem sie für das Recht von Mädchen auf Bildung eintrat, so der Grünen-Abgeordnete.

Die Taliban hätten vor zwei Jahren einen Mordanschlag auf das Mädchen unternommen, den Malala aber überlebte. „Malalas Devise war: ein Kind, eine Lehrerin, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern“, so Kekeritz. Damit sei das Mädchen zu einer Gefahr für die Taliban geworden und zu einem Symbol für dem Kampf um das Recht auf Bildung. (hau/10.10.2014)

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