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Deutscher Bundestag - Archiv

Artikel

Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt

Symbolbild Kriegsgräberstätte

Grabkreuze auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Cernay im Elsass (Frankreich)

© picture alliance

Der israelische Diplomat und Publizist Avi Primor hält am Sonntag, 16. November 2014, die Gedenkrede in der zentralen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag. Das Totengedenken spricht Bundespräsident Joachim Gauck. Die Gedenkstunde steht traditionell unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten und beginnt um 13.30 Uhr im Plenarsaal des Bundestages im Reichstagsgebäude in Berlin.


Der 79-jährige Avi Primor stammt aus Tel Aviv. Seine Mutter, die 1932 aus Frankfurt am Main nach Palästina ausgewandert war, hatte als einziges Familienmitglied den Holocaust überlebt. Von 1993 bis 1999 war er Botschafter seines Landes in Deutschland. Primor ist unter anderem Träger des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland.

Die Gedenkstunde wird live im Parlamentsfernsehen, im ZDF, im Internet auf www.bundestag.de und auf mobilen Endgeräten übertragen.

Markus Meckel begrüßt die Gäste

Bevor der Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der vorletzte DDR-Außenminister und spätere SPD-Bundestagsabgeordnete Markus Meckel, die Gäste begrüßt, trägt der Oberstufenchor der Liebigschule Gießen unter Leitung von Peter Schmitt das Ave verum von Camille Saint-Saens (1835-1921) vor. Es folgt das Adagio aus dem Notturno für Harmoniemusik opus 34 von Louis Spohr (1784-1859), gespielt vom Bläserensemble des Musikkorps der Bundeswehr in Siegburg unter Leitung von Hauptfeldwebel Jana Heß. An die Lesung schließt sich das Abendlied opus 69 Nr. 3 von Joseph Gabriel Rheinsberger (1839-1901) an, gesungen vom Oberstufenchor.

Nach der Gedenkrede Primors tragen die Schülerinnen und Schüler aus Gießen die Trauermotette aus dem Chorzyklus Dresden „Wie liegt die Stadt so wüst“ von Rudolf Mauersberger (1889-1971) vor. Auf das Totengedenken von Bundespräsident Gauck folgen eine Gedenkminute und das Totensignal „Der gute Kamerad“, geblasen von Oberstabsfeldwebel Uwe Berning, Solotrompeter des Musikkorps der Bundeswehr. Die Gedenkveranstaltung endet mit der Nationalhymne.

Erste Feierstunde 1922 im Reichstag

Der Volkstrauertag wurde durch den 1919 gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf Vorschlag seines bayerischen Landesverbandes zum Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges eingeführt. Nicht „befohlene“ Trauer war das Motiv, sondern das Setzen eines nicht übersehbaren Zeichens der Solidarität derjenigen, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit den Hinterbliebenen der Gefallenen.

Die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Deutschen Reichstag in Berlin statt. Der damalige Reichstagspräsident Paul Löbe (SPD) hielt eine im In- und Ausland vielbeachtete Rede, in der er einer feindseligen Umwelt den Gedanken an Versöhnung und Verständigung gegenüberstellte. Ein Komitee, dem von den großen Glaubensgemeinschaften bis zum jüdischen Frauenbund vielerlei Verbände angehörten, erreichte unter Federführung des Volksbundes, dass der Volkstrauertag in den meisten Ländern des Reiches gemeinsam, nämlich am Sonntag Reminiscere, dem fünften Sonntag vor Ostern, begangen wurde.

Heldengedenktag in der NS-Zeit

1934 bestimmten die nationalsozialistischen Machthaber durch ein Gesetz den Volkstrauertag zum Staatsfeiertag und benannten ihn „Heldengedenktag“. Die Träger waren bis 1945 die Wehrmacht und die NSDAP. Die Richtlinien über Inhalt und Ausführung erließ der Reichspropagandaminister. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde der Volkstrauertag erneut vom Volksbund eingeführt und 1950 erstmals neben vielen regionalen Veranstaltungen mit einer Feierstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages begangen.

Nach einer Übereinkunft zwischen der Bundesregierung, den Ländern und den großen Glaubensgemeinschaften wurde der Termin auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (evangelisch) beziehungsweise den 33. Sonntag im Jahreskreis (katholisch) verlegt. Durch Landesgesetze ist der Tag geschützt. Der Volksbund versteht diesen Gedenktag auch mit zunehmendem Abstand vom Krieg als einen Tag der Trauer. Der Volkstrauertag ist aber auch zu einem Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden geworden.

832 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten

Der Volksbund betreut heute im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa 2,5 Millionen Kriegstoten auf 832 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten. Er wird dabei unterstützt von mehr als einer Million Mitgliedern und Förderern sowie der Bundesregierung.

Das Leitwort ist: Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden. (vom/07.11.2014)

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