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Experten: Hochschulpakt-Mittel für Fachhoch­schulen verstetigen

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"Wenn die gewonnenen Studienplätze an den Fachhochschulen erhalten bleiben sollen, ist eine Verstetigung der Mittel aus dem Hochschulpakt über das Jahr 2020 hinaus notwendig". Das sagte Prof. Dr. Uwe Bettig von der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin beim öffentlichen Fachgespräch zum Thema "Fachhochschulen" am Mittwoch, 15. Februar 2017, vor dem Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung unter Vorsitz von Patricia Lips (CDU/CSU).

In den Jahren vom Wintersemester 2005/6 bis zum Wintersemester 2016/2017 konnten laut Bettig die Studienplatzkapazitäten in Deutschland an den Fachhochschulen (FH) und Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAWs) um 76 Prozent und an den Universitäten um 27,9 Prozent erhöht werden. Im Verhältnis zur Größe sei dies ein massiver Ausbau an den Fachhochschulen.

"Bund und Länder sind gefordert"

Prof. Dr.-Ing. Christian Fritze, designierte Präsidentin der Hochschule Coburg, bemängelte, dass die Fachhochschulen derzeit keine Grundfinanzierung erhielten und die Forschungsförderung lediglich projektbezogen erfolge. Sowohl die Forschung und Entwicklung als auch der Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen und das mit Forschungsaufgaben betraute Personal bedürften jedoch der Grundfinanzierung und zusätzlicher zielorientierter Förderelemente.

Bund und Länder seien gefordert, den Ausbau, Erfolg und die spezifische Funktion der Fachhochschulen im Wissenschaftssystem und in der Gesellschaft grundlegend abzusichern. Das unterstrich Prof. Dr. Karin Luckey, Rektorin der Hochschule Bremen. Dieses liege nicht zuletzt im Interesse der Fachkräftesicherung, der Bildungsgerechtigkeit, des Innovationsstandortes Deutschland und der Sicherung der regionalökonomischen Effekte. Sie forderte von Bund und Ländern ein umfassendes FH-Entwicklungspaket.

"Forschungsmittel zu gering"

Wie schwierig es sei, qualifizierte Professorinnen und Professoren anzuwerben, darüber berichtete Prof. Dr. Nicolai Müller-Bromley, Lehrstuhlinhaber für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht an der Hochschule Osnabrück. Auf der einen Seite würden die Fachhochschulen von Bewerbern eine überdurchschnittliche Promotion und fünf Jahre angemessene Berufsqualifizierung erwarten, aber auf der anderen Seite könnten sie aber nicht so viel Gehalt bieten wie vergleichbare Anbieter in der Wirtschaft. Auch er betonte darüber hinaus, dass die Forschungsmittel zu gering seien.

Prof. Dr. Gunter Schweiger, der Konstruktion und Qualitätsmanagement an der Technischen Hochschule Ingolstadt lehrt und Mitglied der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrates ist, unterstrich wie andere Sachverständige auch, dass die Fortführung des Hochschulpaktes 2020 unumgänglich sei. Aktuelle Prognosen gingen davon aus, dass die Studienplatznachfrage auch nach 2020 auf sehr hohem Niveau liege. Er unterstrich zudem, dass der Wissenschaftsrat ein längerfristiges Programm zur Gewinnung von Professoren an Fachhochschulen für erforderlich halte.

"Ausbau seit 20 Jahren gefordert"

Prof. Dr. Micha Teuscher, Rektor der Hochschule Neubrandenburg, betonte, dass 70 Prozent der Ingenieure, 55 Prozent der Betriebswirte, 80 Prozent bei den Gesundheits- und Pflegeberufen und 90 Prozent der Sozialpädagogen in Deutschland von den Fachhochschulen kämen. Der Wissenschaftsrat habe seit 20 Jahren den Ausbau der Fachhochschulen und HAWs gefordert. Die Politik sei aber dieser Forderung im Sinne einer strukturellen und auf Dauer angelegten Stärkung nicht nachgekommen.

Die Diskussion werde zu oft auf die Frage nach einem wissenschaftlichen Studium oder einer berufsbezogenen Ausbildung verengt, kritisierte Prof. Dr. Andreas Zaby von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Dagegen vereine ein duales Studium beide Elemente bestens, da es sich durch die Integration von wissenschaftlichen und betrieblichen Studienanteilen auszeichne. (rol/15.02.2017)

Liste der geladenen Sachverständigen

  • Prof. Dr. Uwe Bettig, Rektor der Alice-Salomon-Hochschule Berlin
  • Prof. Dr.-Ing. Christiane Fritze, designierte Präsidentin der Hochschule Coburg, Professorin der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Hochschule München (2008 bis 2016)
  • Prof. Dr. rer. pol. Karin Luckey, Rektorin der Hochschule Bremen, Landessprecherin der Fachhochschulen (FHs)/Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs) in der Hochschulrektorenkonferenz für das Land Bremen, Vorstandsmitglied des Fachhochschulverbands UAS7
  • Prof. Dr. Nicolai Müller-Bromley, Professor für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht, Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissensschaften, Hochschule Osnabrück
  • Prof. Dr. Gunter Schweiger, Professor für Konstruktion und Qualitätsmanagement an der Technischen Hochschule Ingolstadt, Mitglied der Wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrates
  • Prof. Dr. Micha Teuscher, Rektor der Hochschule Neubrandenburg
  • Prof. Dr. Andreas Zaby, Präsident der Fachhochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Sprecher der Berliner Fachhochschulen und Vorsitzender des Fachhochschulverbands UAS7