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Wie der Bundestag Energie einspart

Grafik des Reichstagsgebäudes

Kalt- und Warmwasserspeicher unter dem Reichstagsgebäude

© Geothermie Neubrandenburg GmbH

Vor dem Hintergrund der aktuellen energiepolitischen Lage hat der Ältestenrat am Donnerstag, 7. Juli 2022, Einsparungen beim Gebäudebetrieb der Bundestagsliegenschaften beschlossen, um einen Beitrag zum Energiesparen zu leisten. So wird künftig etwa die Raumtemperatur in Büro- und Sitzungsräumen angepasst, die Versorgung mit Warmwasser beschränkt oder die Beleuchtung reduziert. 

Der Ältestenrat besteht aus der Bundestagspräsidentin, ihren Stellvertreterinnen und -vertretern sowie 23 weiteren Abgeordneten. Dabei handelt es sich nicht unbedingt um die ältesten Parlamentarier, wohl aber um sehr erfahrene. Der Ältestenrat unterstützt die Bundestagspräsidentin bei ihrer Arbeit und sorgt für einen koordinierten und möglichst reibungslosen Arbeitsablauf im Bundestag.

Erste Maßnahmen umgesetzt

Bei der Umsetzung der beschlossenen Energiesparmaßnahmen macht der Bundestag deutliche Fortschritte. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gebäudetechnik arbeiten täglich daran, denn die komplexe Technik und die verschiedenen Steuerungsprogramme in den zahlreichen Liegenschaften – dabei geht es nicht nur um das Reichstagsgebäude – erfordern mehrere Arbeitsschritte bis zur Umsetzung. Einige Maßnahmen sind bereits abgeschlossen.

Zuerst müssen die Kennlinien der Raumtemperatur für Heizung und Kühlung in den IT-Programmen angepasst werden, je nach Größe und technischer Ausstattung der Liegenschaften bedeutet dies eine längere Bearbeitungszeit. Im Reichstagsgebäude wurden die Sollwerte für den Plenarsaal und die Fraktionssitzungssäle bereits auf die angestrebten Energieeinsparwerte eingestellt. Aktuell wird an den Ausschusssälen im Paul-Löbe-Haus gearbeitet. Auch die Sollwerte der Betonkerntemperierungen in den Büros des Jakob-Kaiser-Hauses, des Paul-Löbe-Hauses und des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses werden bis zum Ende dieser Woche umgesetzt, anschließend werden weitere Gebäude mit Abgeordnetenbüros bearbeitet. Die Energieeinsparungen bei der Konditionierung der Raumluft werden sich fortlaufend automatisch durch die neuen Sollwerte in den Büros ergeben.

Kuppelbeleuchtung wird nachts ausgeschaltet

Die Abschaltung der Durchlauferhitzer an den Waschbecken in den Büros erfordert die manuelle Außerbetriebnahme in einer großen Zahl von Elektroverteilerräumen in den betroffenen Liegenschaften. Auch diese aufwendige Maßnahme ist bereits umgesetzt worden.

Die Reduzierung der Beleuchtung des Reichstaggebäudes wird am Abend des 27. Juli beginnen und bis zum Ende der Woche im Wesentlichen abgeschlossen werden. Die Kuppelbeleuchtung wird nachts, wenn die Kuppel für Besucherinnen und Besucher geschlossen ist, ausgeschaltet. Monatlich besuchen etwa 100.000 Menschen die Reichstagskuppel, die täglich von 8 bis 24 Uhr geöffnet ist. Zudem wird die künstlerische Illuminationsbeleuchtung der Kuppel komplett abgeschaltet. Die Lichter der Nord- und Südfassade werden ebenfalls abgeschaltet, denn in der Scheidemannstraße und in der Paul-Löbe-Allee ist ausreichende Straßenbeleuchtung vorhanden. Auch die Beleuchtung der Flure, Eingangsbereiche und Treppenhäuser im Reichstagsgebäude sowie des Plenarsaals auch während der Vorträge für Besucher kann reduziert werden; an einer dafür notwendigen Umprogrammierung der Anlagen wird derzeit gearbeitet. Grundsätzlich gilt jedoch: Gänge und Flure ohne Tageslicht, Keller und Tunnel müssen aus Sicherheits- und Brandschutzgründen rund um die Uhr beleuchtet bleiben.

Täglich bis zu 3.000 Touristen im Bundestag

Die Aufzüge in den Bundestagsliegenschaften bleiben in Betrieb. Denn auch wenn keine Plenar- und Ausschusssitzungen in der Sommerpause stattfinden, steht der Bundestag in diesen Wochen nicht leer. Zahlreiche Abgeordnete haben Termine in Berlin, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abgeordneten, der Fraktionen und der Bundestagsverwaltung arbeiten normal weiter. Zudem wird der Bundestag täglich von 2.000 bis 3.000 Touristen besichtigt. Für sie gibt es Vorträge auf den Tribünen im Plenarsaal und Führungen durch die zentralen Liegenschaften. Insbesondere für ältere und gehbehinderte Nutzerinnen und Nutzer müssen die Aufzüge zur Verfügung stehen; im Stand-by-Modus ist der Energieverbrauch aber geringfügig. 

Die Kolleginnen und Kollegen der Gebäudetechnik beantworten an der Hotline Fragen der Nutzerinnen und Nutzer zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Verbrauch von Energie. Entsprechende konkrete Hinweise werden in Kürze zudem im Intranet veröffentlicht. Insgesamt sind die Gebäude des Bundestages in den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Klimaschutz, Nachhaltiges Bauen und Innovationen sehr gut aufgestellt, denn schon beim Umbau des Reichstagsgebäudes vor dem Parlamentsumzug 1999 nach Berlin wurde ein Energiekonzept umgesetzt, das auf weitgehende Verwendung von regenerativer Primärenergie setzt. Die technischen Anlagen in allen Liegenschaften sind seit je her so eingestellt, dass eine sparsame Energieverwendung ebenso gewährleistet ist wie ausreichende Arbeitsbedingungen in den Räumen. (27.07.2022)

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