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Inneres

Forderung nach Novellierung des Staats­angehörigkeits­gesetzes beraten

Der Bundestag hat am Mittwoch, 8. Februar 2023, über die von der AfD-Fraktion vorgeschlagene Novellierung des Staatsangehörigkeitsgesetzes beraten. Nach der Debatte überwiesen die Abgeordneten den „Entwurf eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes“ (20/4845(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) an die Ausschüsse. Bei den weiteren Beratungen übernimmt der Ausschuss für Inneres und Heimat die Federführung. 

Gesetzentwurf der AfD

Die AfD-Fraktion dringt bei den Regelungen zum Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft auf eine Rückkehr zum vor dem Jahr 1991 geltenden Rechtszustand. Dem vorgelegten Gesetzentwurf zur Folge soll der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Geburt im Inland für Kinder ausländischer Eltern künftig ebenso entfallen wie der „Einbürgerungsanspruch wegen längeren Aufenthalts im Inland“. Damit werde auch dem „bewährten Grundsatz der Vermeidung der Mehrstaatigkeit wieder Geltung verschafft“, schreibt die Fraktion. 

Wie sie in der Begründung ferner darlegt, soll lediglich solchen im Inland geborenen Kindern ausländischer Eltern in Zukunft „ein Anspruch auf Einbürgerung gewährt werden, die bei Geburt staatenlos waren und staatenlos geblieben sind“. Erhalten bleiben soll der Fraktion zufolge der Einbürgerungsanspruch für Personen, die im Zusammenhang mit Verfolgungsmaßnahmen in der Zeit vom 30. Januar 1933 bis zum 8. Mai 1945 die deutsche Staatsangehörigkeit aufgegeben oder verloren haben.

Einbürgerung als Ermessensentscheidung im Einzelfall

Die Einbürgerung müsse im Grundsatz wieder als rechtlich gebundene Ermessensentscheidung im Einzelfall erfolgen, führen die Abgeordneten aus. Dabei müsse die Ermessensausübung der einbürgernden Behörde davon geleitet sein, „nur solche Einbürgerungen vorzunehmen, durch die das Gemeinwesen durch Hinzufügung eines loyalen Neubürgers im politischen Sinne gestärkt wird“. 

Die Gesetzgebung zur Änderung des Staatsangehörigkeitsrechts seit 1990 habe „ein erhebliches Maß zumindest potenzieller Loyalitätskonflikte in die Bundesrepublik Deutschland als politisches Gemeinwesen hereingetragen und deren inneren Zusammenhalt im Ganzen geschwächt“, heißt es in der Vorlage des Weiteren. Die Abkehr von den „hergebrachten, bewährten Prinzipien des deutschen Staatsangehörigkeitsrechts“ müsse daher rückgängig gemacht werden. Diese Prinzipien bestünden im ausschließlichen Erwerb der Staatsangehörigkeit durch Geburt im Wege des „Ius sanguinis“, in der Einbürgerung als „Ermessensentscheidung im Interesse des Gemeinwesens“ und in der Vermeidung mehrfacher Staatsangehörigkeiten. (sto/hau/08.02.2023)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Özoguz, Aydan

Bundestagsvizepräsidentin

Aydan Özoğuz

Aydan Özoğuz

© Deutscher Bundestag / Stella von Saldern

Curio, Dr. Gottfried

AfD

Gottfried Curio

Gottfried Curio

© Dr. Gottfried Curio/ Mario Hau (MA SocialMedia AfD Fraktion BT)

Demir, Hakan

SPD

Hakan Demir

Hakan Demir

© Hakan Demir/Max Neudert

Heck, Dr. Stefan

CDU/CSU

Dr. Stefan Heck

Dr. Stefan Heck

© Dr. Stefan Heck/Tobias Koch

Polat, Filiz

Bündnis 90/Die Grünen

Filiz Polat

Filiz Polat

© Filiz Polat/Bonnie Bartusch

Akbulut, Gökay

Die Linke

Gökay Akbulut

Gökay Akbulut

© Gökay Akbulut/Thommy Mardo

Thomae, Stephan

FDP

Stephan Thomae

Stephan Thomae

© Stephan Thomae/ Sonja Thürwächter

Ullrich, Dr. Volker

CDU/CSU

Volker Ullrich

Volker Ullrich

© Dr. Volker Ullrich/Tobias Koch

Yüksel, Gülistan

SPD

Gülistan Yüksel

Gülistan Yüksel

© DBT/Inga Haar

Wittmann, Mechthilde

CDU/CSU

Mechthilde Wittmann

Mechthilde Wittmann

© Mechthilde Wittmann/ Ralf Lienert

Emmerich, Marcel

Bündnis 90/Die Grünen

Marcel Emmerich

Marcel Emmerich

© Marcel Emmerich

Özoguz, Aydan

Bundestagsvizepräsidentin

Aydan Özoğuz

Aydan Özoğuz

© Deutscher Bundestag / Stella von Saldern

Dokumente

  • 20/4845 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes
    PDF | 247 KB — Status: 08.12.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überw 20/4845(Dokument, öffnet ein neues Fenster) beschlossen

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