• Direkt zum Hauptinhalt springen
  • Direkt zum Hauptmenü springen
  1. Startseite
  2. Dokumente
  3. Texte (2021-2026)
  4. 2024
zurück zu: Texte (2021-2026) ()
  • 1. Lesung
  • 2./3. Lesung
Auswärtiges

Regierung plant Bundeswehreinsatz im Roten Meer

Der Bundestag hat am Mittwoch, 21. Februar 2024, über die Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der durch die Europäische Union geführten Operation „Eunavfor Aspides“ im Roten Meer beraten. Einen entsprechenden Antrag der Bundesregierung (20/10347(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) überwiesen die Abgeordneten nach der Debatte im Plenum zur weiteren Beratung an den federführenden Auswärtigen Ausschuss.

Antrag der Bundesregierung

Die Bundeswehr soll sich mit bis zu 700 Soldatinnen und Soldaten an der Operation im Roten Meer beteiligen. Begründet wird der Einsatz mit Angriffen der Huthi-Miliz aus von ihr kontrollierten Gebieten in Jemen auf die internationale Schifffahrt seit Mitte November 2023, insbesondere im Roten Meer und der Meerenge Bab al-Mandab, die sich gegen den internationalen Handel, die Sicherheit des Seeverkehrs und die Stabilität in einer ohnehin volatilen Region richten würden. 

Das durch die Angriffe betroffene Gebiet sei ein maritimer Raum von besonderer geostrategischer Bedeutung für die internationale Handelsschifffahrt, argumentiert die Bundesregierung. „Über diese mit am stärksten befahrene Seeverbindungslinie der Welt transportieren Schiffe Güter zwischen Asien und Europa, darunter einen Großteil aller Energielieferungen für Europa. Etwa 65 Schiffe pro Tag, circa zwölf Prozent des weltweiten Warenverkehrs, verkehren auf dieser Route.“ Der wirtschaftliche Schaden durch die Angriffe der Huthi-Miliz sei erheblich – auch für Deutschland.

Die Wiederherstellung der Freiheit der Schifffahrt erfordere einen militärischen Einsatz im gemeinsamen Vorgehen mit Partnern und Verbündeten. Nach der Operation Prosperity Guardian der Vereinigten Staaten zum Schutz ziviler Handelsschiffe habe die Europäische Union Enafor Aspides zum Schutz der Freiheit der Schifffahrt und zur Sicherheit des Seeverkehrs im Einsatzgebiet beschlossen „und damit die schnelle sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit“ unterstrichen, so die Bundesregierung. 

Meerenge von Bab al-Mandab und Straße von Hormus 

Das Einsatzgebiet umfasst den Angaben zufolge die Meerenge von Bab al-Mandab und die Straße von Hormus sowie die internationalen Gewässer im Roten Meer, im Golf von Aden, im Arabischen Meer, im Golf von Oman und im Persischen Golf sowie den darüber liegenden Luftraum. Ein Einsatz in Hoheitsgewässern erfolge grundsätzlich nur nach Zustimmung durch den jeweiligen Anrainerstaat. 

Zu den Aufgaben der Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten soll der Schutz von Schiffen gegen multidimensionale Angriffe auf See und die Begleitung von Schiffen im gesamten Einsatzgebiet gehören, außerdem die Sicherstellung der Er- und Bereitstellung eines Lagebildes inklusive luftgestützter Aufklärung sowie Abstimmung, Kooperation, Informationsaustausch und logistische Unterstützung mit internationalen Verbündeten und Partnern. 

Als völkerrechtliche Grundlagen führt die Bundesregierung unter anderem eine Reihe von Resolutionen des Sicherheitsrates und das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen an, des Weiteren das Übereinkommen zur Bekämpfung widerrechtlicher Handlungen gegen die Sicherheit der Seeschifffahrt sowie das Selbstverteidigungsrecht zur Abwehr eines gegenwärtigen rechtswidrigen Angriffs auf eigene oder fremde Schiffe und Besatzungen. Das Mandat ist befristet bis Ende Februar 2025. Die einsatzbedingten Zusatzausgaben beziffert die Bundesregierung für diesen Zeitraum auf voraussichtlich rund 55,9 Millionen Euro. (ahe/21.02.2024)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Magwas, Yvonne

Bundestagsvizepräsidentin

Yvonne Magwas

Yvonne Magwas

© Yvonne Magwas/Tobias Koch

Pistorius, Boris

Bundesminister der Verteidigung

Boris Pistorius

Boris Pistorius

© Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport

Wadephul, Dr. Johann David

CDU/CSU

Johann David Wadephul

Johann David Wadephul

© Johann Wadephul/ Tobias Koch

Lührmann, Dr. Anna

Staatsministerin im Auswärtigen Amt

Anna Lührmann

Anna Lührmann

© Stefan Kaminski

Wundrak, Joachim

AfD

Joachim Wundrak

Joachim Wundrak

© Joachim Wundrak/privat

Lechte, Ulrich

FDP

Ulrich Lechte

Ulrich Lechte

© Ulrich Lechte/Petra Homeier

Schmid, Dr. Nils

SPD

Dr. Nils Schmid

Dr. Nils Schmid

© SPD/Susie Knoll

Otte, Henning

CDU/CSU

Henning Otte

Henning Otte

© Henning Otte/ Michael M. Mey

Huber, Johannes

fraktionslos

Johannes Huber

Johannes Huber

© Johannes Huber/ Hagen Schnans

Düring, Deborah

Bündnis 90/Die Grünen

Deborah Düring

Deborah Düring

© Bündnis 90/ Die Grünen Kreisverband Frankfurt/Katharina Dubno

Kubicki, Wolfgang

Bundestagsvizepräsident

Wolfgang Kubicki

Wolfgang Kubicki

© Wolfgang Kubicki/ Tobias Koch

Dokumente

  • 20/10347 - Antrag: Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der durch die Europäische Union geführten Operation EUNAVFOR ASPIDES
    PDF | 170 KB — Status: 16.02.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überw 20/10347(Dokument, öffnet ein neues Fenster) beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

  • Deutscher Bundestag, Internetredaktion
Auswärtiges

Parlament billigt Bundes­wehreinsatz im Roten Meer

Die Bundeswehr soll durch ihre Beteiligung an der EU-geführten Operation „Eunavfor Aspides“ die Schifffahrt auf einer der wichtigsten internationalen Handelsrouten im Roten Meer sichern und gegen Angriffe der jemenitischen Huthi-Rebellen schützen. Einen entsprechenden Antrag der Bundesregierung (20/10347(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) hat der Bundestag am Freitag, 23. Februar 2024, angenommen. Demnach wird sich die Bundeswehr mit bis zu 700 Soldatinnen und Soldaten an der Operation im Roten Meer beteiligen. 

Zur namentlichen Abstimmung im Parlament hatten der Auswärtige Ausschuss eine Beschlussempfehlung (20/10424(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) und der Haushaltsausschuss einen Bericht gemäß Paragraf 96 der Geschäftsordnung (20/10425(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) vorgelegt. Auf dieser Grundlage sprachen sich 538 Abgeordnete für die Regierungsvorlage aus. 31 Parlamentarier votierten dagegen. Es gab vier Enthaltungen.

Antrag der Bundesregierung

Begründet wird der Einsatz mit Angriffen der Huthi-Miliz aus von ihr kontrollierten Gebieten in Jemen auf die internationale Schifffahrt seit Mitte November 2023, insbesondere im Roten Meer und der Meerenge Bab al-Mandab. Diese würden sich gegen den internationalen Handel, die Sicherheit des Seeverkehrs und die Stabilität in einer ohnehin volatilen Region richten, heißt es in dem Antrag. 

Das durch die Angriffe betroffene Gebiet sei ein maritimer Raum von besonderer geostrategischer Bedeutung für die internationale Handelsschifffahrt, argumentiert die Bundesregierung. „Über diese mit am stärksten befahrene Seeverbindungslinie der Welt transportieren Schiffe Güter zwischen Asien und Europa, darunter einen Großteil aller Energielieferungen für Europa. Etwa 65 Schiffe pro Tag, circa zwölf Prozent des weltweiten Warenverkehrs, verkehren auf dieser Route.“ Der wirtschaftliche Schaden durch die Angriffe der Huthi-Miliz sei erheblich – auch für Deutschland.

Die Wiederherstellung der Freiheit der Schifffahrt erfordere einen militärischen Einsatz im gemeinsamen Vorgehen mit Partnern und Verbündeten. Nach der Operation Prosperity Guardian der Vereinigten Staaten zum Schutz ziviler Handelsschiffe habe die Europäische Union Eunavfor Aspides zum Schutz der Freiheit der Schifffahrt und zur Sicherheit des Seeverkehrs im Einsatzgebiet beschlossen „und damit die schnelle sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit“ unterstrichen, so die Bundesregierung.

Meerenge von Bab al-Mandab und Straße von Hormus

Das Einsatzgebiet umfasst den Angaben zufolge die Meerenge von Bab al-Mandab und die Straße von Hormus sowie die internationalen Gewässer im Roten Meer, im Golf von Aden, im Arabischen Meer, im Golf von Oman und im Persischen Golf sowie den darüber liegenden Luftraum. Ein Einsatz in Hoheitsgewässern erfolge grundsätzlich nur nach Zustimmung durch den jeweiligen Anrainerstaat. 

Zu den Aufgaben der Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten soll der Schutz von Schiffen gegen multidimensionale Angriffe auf See und die Begleitung von Schiffen im gesamten Einsatzgebiet gehören, außerdem die Sicherstellung der Er- und Bereitstellung eines Lagebildes inklusive luftgestützter Aufklärung sowie Abstimmung, Kooperation, Informationsaustausch und logistische Unterstützung mit internationalen Verbündeten und Partnern.

Mandat bis Ende Februar 2025 befristet

Als völkerrechtliche Grundlagen führt die Bundesregierung unter anderem eine Reihe von Resolutionen des Sicherheitsrates und das Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen an, des Weiteren das Übereinkommen zur Bekämpfung widerrechtlicher Handlungen gegen die Sicherheit der Seeschifffahrt sowie das Selbstverteidigungsrecht zur Abwehr eines gegenwärtigen rechtswidrigen Angriffs auf eigene oder fremde Schiffe und Besatzungen. 

Das Mandat ist befristet bis Ende Februar 2025. Die einsatzbedingten Zusatzausgaben beziffert die Bundesregierung für diesen Zeitraum auf voraussichtlich rund 55,9 Millionen Euro. (ahe/23.02.2024)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Magwas, Yvonne

Bundestagsvizepräsidentin

Yvonne Magwas

Yvonne Magwas

© Yvonne Magwas/Tobias Koch

Nanni, Sara

Bündnis 90/Die Grünen

Sara Nanni

Sara Nanni

© Sara Nanni/ Anne Hufnagel

Hardt, Jürgen

CDU/CSU

Jürgen Hardt

Jürgen Hardt

© Jürgen Hardt/Tobias Koch

Schwabe, Frank

SPD

Frank Schwabe

Frank Schwabe

© photothek

Gnauck, Hannes

AfD

Hannes Gnauck

Hannes Gnauck

© Hannes Gnauck

Müller, Alexander

FDP

Alexander Müller

Alexander Müller

© Alexander Müller/ Elias Grundler

Mijatovic, Boris

Bündnis 90/Die Grünen

Boris Mijatović

Boris Mijatović

© Boris Mijatović/Stefan Kaminski

Röwekamp, Thomas

CDU/CSU

Thomas Röwekamp

Thomas Röwekamp

© CDU Bremen/Karlis Behrens

Bartsch, Dr. Dietmar

Gruppe Die Linke

Dr. Dietmar Bartsch

Dr. Dietmar Bartsch

© Deutscher Bundestag/ Inga Haar

Nürnberger, Jörg

SPD

Jörg Nürnberger

Jörg Nürnberger

© photothek

Dagdelen, Sevim

Gruppe BSW

Sevim Dağdelen

Sevim Dağdelen

© DBT / Inga Haar

Silberhorn, Thomas

CDU/CSU

Thomas Silberhorn

Thomas Silberhorn

© Ralf Rödel

Magwas, Yvonne

Bundestagsvizepräsidentin

Yvonne Magwas

Yvonne Magwas

© Yvonne Magwas/Tobias Koch

Dokumente

  • 20/10347 - Antrag: Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der durch die Europäische Union geführten Operation EUNAVFOR ASPIDES
    PDF | 170 KB — Status: 16.02.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/10424 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Antrag der Bundesregierung - Drucksache 20/10347 - Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der durch die Europäische Union geführten Operation EUNAVFOR ASPIDES
    PDF | 171 KB — Status: 21.02.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/10425 - Bericht: gemäß § 96 der Geschäftsordnung zu dem Antrag der Bundesregierung - Drucksachen 20/10347, 20/10424 - Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der durch die Europäische Union geführten Operation EUNAVFOR ASPIDES
    PDF | 169 KB — Status: 21.02.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • namentliche Abtimmung zu Beschlussempfehlung 20/10424(Dokument, öffnet ein neues Fenster) (Antrag 20/10347(Dokument, öffnet ein neues Fenster) annehmen)
  • 16:24:59: Beginn der Abstimmung
  • 16:48:22: Ende der Abstimmung
  • Gesamt: 573 Ja: 538 Nein: 31 Enthaltungen 4
  • Beschlussempfehlung 20/10424(Dokument, öffnet ein neues Fenster) angenommen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

  • Deutscher Bundestag, Internetredaktion
  1. Startseite
  2. Dokumente
  3. Texte (2021-2026)
  4. 2024
zurück zu: Texte (2021-2026) ()
  • Instagram-Kanäle

    • Bundestag (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
    • Bundestagspräsidentin (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
  • LinkedIn
  • Mastodon-Kanäle

    • Bundestag (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
    • hib-Nachrichten (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
  • WhatsApp
  • YouTube
  • Hilfe
  • Kontakt
  • Inhaltsübersicht
  • Instagram-Kanäle

    • Bundestag (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
    • Bundestagspräsidentin (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
  • LinkedIn
  • Mastodon-Kanäle

    • Bundestag (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
    • hib-Nachrichten (Externer Link, Link öffnet ein neues Fenster)
  • WhatsApp
  • YouTube
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutz
  • Impressum

© Deutscher Bundestag

Ausdruck aus dem Internet-Angebot des Deutschen Bundestages

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw08-de-bundeswehr-eunavfor-aspides-freitag-988646

Stand: 28.08.2026