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Kultur

Aufarbeitung von NS-„Euthanasie“ und Zwangssterilisationen

Die Aufarbeitung der „Euthanasie“ und der Zwangssterilisationen während der nationalsozialistischen Diktatur soll intensiviert werden. Dafür sprechen sich die Fraktionen SPD, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP in einem gemeinsamen Antrag (20/11945(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) aus, den der Bundestag am Donnerstag, 27. Juni 2024, erstmals beraten hat. Der Antrag wurde im Anschluss zur weiteren Beratung an den federführenden Ausschuss für Kultur und Medien überwiesen.

Antrag der vier  Fraktionen

So fordern sie die Bundesregierung auf, ein Projekt zu initiieren, um bundesweit Patientenakten und Personalunterlagen der Täter zu lokalisieren, zu sichern und zu konservieren, um sie für Forschung, Bildung und Anfragen nutzbar zu machen. Das Projekt soll unter der Beteiligung der Gedenkstätten an den Orten ehemaliger „Euthanasie“-Tötungsanstalten, des Instituts für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin an der Berliner Charité, den Verbänden von Menschen mit Behinderungen sowie geeigneten Vertretern der Disability Studies durchgeführt werden. Zudem soll eine nationale Fachtagung durchgeführt werden. 

Darüber hinaus fordern die vier Fraktionen die Bundesregierung auf, die Gedenkstätten an den Orten der ehemaligen „T4“-Tötungsanstalten auch in Zukunft nachhaltig zu unterstützen, um die bauliche Substanz vor Ort zu erhalten und um die zunehmenden Herausforderungen bei der Aufarbeitung von Archivmaterialien und den zu leistenden Beratungsaufgaben bewältigen zu können. 

Die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde an schätzungsweise 300.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen sowie die aufgrund des 1934 in Kraft getretenen „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ an etwa 400.000 Menschen durchgeführten Zwangssterilisationen seien Ausdruck der menschenverachtenden rassistischen nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, heißt es im Antrag. Diese Menschen seien als Verfolgte des NS-Regimes anzuerkennen. (aw/27.06.2024)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Özoguz, Aydan

Bundestagsvizepräsidentin

Aydan Özoğuz

Aydan Özoğuz

© Deutscher Bundestag / Stella von Saldern

Schieder, Marianne

SPD

Marianne Schieder

Marianne Schieder

© Barbara Stopfer

Widmann-Mauz, Annette

CDU/CSU

Annette Widmann-Mauz

Annette Widmann-Mauz

© Annette Widmann-Mauz/ Tobias Koch

Grundl, Erhard

Bündnis 90/Die Grünen

Erhard Grundl

Erhard Grundl

© Erhard Grundl/Fotoatelier am Hafen/German Popp

Frömming, Dr. Götz

AfD

Dr. Götz Frömming

Dr. Götz Frömming

© Götz Frömming/Olga Grenner

Hacker, Thomas

FDP

Thomas Hacker

Thomas Hacker

© Thomas Hacker/ Jannik Jürß

Schenderlein, Dr. Christiane

CDU/CSU

Dr. Christiane Schenderlein

Dr. Christiane Schenderlein

© Dr. Christiane Schenderlein/Tobias Koch

Mehmet Ali, Takis

SPD

Takis Mehmet Ali

Takis Mehmet Ali

© Photothek

Magwas, Yvonne

Bundestagsvizepräsidentin

Yvonne Magwas

Yvonne Magwas

© Yvonne Magwas/Tobias Koch

Dokumente

  • 20/11945 - Antrag: Opfer von NS-"Euthanasie" und Zwangssterilisation - Aufarbeitung intensivieren
    PDF | 163 KB — Status: 25.06.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überw 20/11945(Dokument, öffnet ein neues Fenster) beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Weitere Informationen

  • Gebärdensprachvideo <div xmlns="http://www.coremedia.com/2003/richtext-1.0" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink"><p>178. Sitzung, TOP 17: Auf&amp;shy;arbeitung v. NS-Euthanasie u. Zwangs&amp;shy;sterilisation</p></div>

Herausgeber

  • Deutscher Bundestag, Internetredaktion
Kultur

Aufarbeitung von NS-„Euthanasie“ und Zwangssterilisationen

Die Aufarbeitung der „Euthanasie“ und der Zwangssterilisationen während der nationalsozialistischen Diktatur soll intensiviert werden. Dafür sprechen sich die Fraktionen SPD, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP in einem gemeinsamen Antrag (20/11945(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) aus, den der Bundestag am Mittwoch, 29. Januar 2025, auf Grundlage einer Beschlussempfehlung des Ausschusses für Kultur und Medien (20/12415(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) einstimmig angenommen haben. 

Antrag der vier Fraktionen

SPD, Union, Grüne und FDP fordern die Bundesregierung auf, ein Projekt zu initiieren, um bundesweit Patientenakten und Personalunterlagen der Täter zu lokalisieren, zu sichern und zu konservieren, um sie für Forschung, Bildung und Anfragen nutzbar zu machen. Das Projekt soll unter der Beteiligung der Gedenkstätten an den Orten ehemaliger „Euthanasie“-Tötungsanstalten, des Instituts für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin an der Berliner Charité, den Verbänden von Menschen mit Behinderungen sowie geeigneten Vertretern der Disability Studies durchgeführt werden. Zudem soll eine nationale Fachtagung durchgeführt werden.

Darüber hinaus fordern die vier Fraktionen die Bundesregierung auf, die Gedenkstätten an den Orten der ehemaligen „T4“-Tötungsanstalten auch in Zukunft nachhaltig zu unterstützen, um die bauliche Substanz vor Ort zu erhalten und um die zunehmenden Herausforderungen bei der Aufarbeitung von Archivmaterialien und den zu leistenden Beratungsaufgaben bewältigen zu können. 

Die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde an schätzungsweise 300.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen sowie die aufgrund des 1934 in Kraft getretenen „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ an etwa 400.000 Menschen durchgeführten Zwangssterilisationen seien Ausdruck der menschenverachtenden rassistischen nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, heißt es im Antrag. Diese Menschen seien als Verfolgte des NS-Regimes anzuerkennen. (aw/hau/29.01.2025)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Kubicki, Wolfgang

Bundestagsvizepräsident

Wolfgang Kubicki

Wolfgang Kubicki

© Wolfgang Kubicki/ Tobias Koch

Grundl, Erhard

Bündnis 90/Die Grünen

Erhard Grundl

Erhard Grundl

© Erhard Grundl/Fotoatelier am Hafen/German Popp

Bär, Dorothee

CDU/CSU

Dorothee Bär

Dorothee Bär

© Dorothee Bär/ Christian Weber

Schieder, Marianne

SPD

Marianne Schieder

Marianne Schieder

© Barbara Stopfer

Hacker, Thomas

FDP

Thomas Hacker

Thomas Hacker

© Thomas Hacker/ Jannik Jürß

Münz, Volker

AfD

Volker Münz

Volker Münz

© Volker Münz/ Bilderparadies Mitterwald, Uhingen

Kappert-Gonther, Dr. Kirsten

Bündnis 90/Die Grünen

Dr. Kirsten Kappert-Gonther

Dr. Kirsten Kappert-Gonther

© Kirsten Kappert-Gonther/Thomas Trutschel

Widmann-Mauz, Annette

CDU/CSU

Annette Widmann-Mauz

Annette Widmann-Mauz

© Annette Widmann-Mauz/ Tobias Koch

Dusel, Jürgen

Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen

Jürgen Dusel

Jürgen Dusel

© Henning Schacht

Kubicki, Wolfgang

Bundestagsvizepräsident

Wolfgang Kubicki

Wolfgang Kubicki

© Wolfgang Kubicki/ Tobias Koch

Dokumente

  • 20/11945 - Antrag: Opfer von NS-"Euthanasie" und Zwangssterilisation - Aufarbeitung intensivieren
    PDF | 163 KB — Status: 25.06.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/12415 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Antrag der Fraktionen SPD, CDU/CSU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP - Drucksache 20/11945 - Opfer von NS-"Euthanasie" und Zwangssterilisation - Aufarbeitung intensivieren
    PDF | 176 KB — Status: 01.08.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Reden zu Protokoll: Korte, Jan (Gruppe Die Linke)
  • Beschlussempfehlung 20/12415(Dokument, öffnet ein neues Fenster) (Antrag 20/11945(Dokument, öffnet ein neues Fenster) annehmen) angenommen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

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Ausdruck aus dem Internet-Angebot des Deutschen Bundestages

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw05-de-zwangssterilisation-1035046

Stand: 19.08.2026