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Nukleare Sicherheit

Atomtransporte aus Jülich ins Zwischenlager Ahaus erörtert

Der Bundestag hat am Donnerstag, 26. Juni 2025, erstmals einen Antrag der Fraktion Die Linke mit dem Titel „Keine unnötigen Atomtransporte mit hoch radioaktivem Abfall aus Jülich ins Zwischenlager Ahaus“ (21/586(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) beraten und im Anschluss zur weiteren Beratung an den federführenden Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit überwiesen.

Antrag der Linken

Konkret fordert die Fraktion von der Bundesregierung unter anderem, „alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, dass die Verantwortung für die langfristige Lagerung und Vorbereitung des Atommülls für die Endlagerung bei den Verursachern in Jülich verbleiben wird“. Außerdem solle sie sich für eine Verständigung mit allen Betroffenen und Beteiligten aus den Ministerien, den involvierten Unternehmen und der Umweltverbände in Nordrhein-Westfalen einsetzen. Diese Verständigung müsse „Sicherheit und gesellschaftliche Unterstützung der Vereinbarungen zur Zukunft der AVR-Castoren“ ermöglichen sowie unnötige Atomtransporte vermeiden.

Weiter verlangen die Abgeordneten, dass jede Maßnahme „gemeinsam wie bisher finanziell im Verhältnis 70 zu 30 von Bund und Land getragen wird“. Dies solle vor allem mit Blick auf die Bereitstellung der Gelder für einen Zwischenlagerneubau in Jülich und die dafür notwendigen Grundstückskäufe gelten, heißt es im Antrag.

„Drohende Atomtransporte“

Die Fraktion verweist zur Begründung für ihren Vorstoß auf im Sommer „drohende Atomtransporte“. Hintergrund ist ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Münster. Dieses hatte im Dezember 2024 die Einlagerung von 152 Castorbehältern mit rund 300.000 hochradioaktiven Brennelementen aus dem ehemaligen Versuchsreaktor in Jülich im Zwischenlager in Ahaus für zulässig erklärt und damit eine Klage der Stadt Ahaus abgewiesen. 

Sollte nun der Transport genehmigt werden, sei mit „152 Schwerlasttransportern mit bestrahlten Brennelementen auf den Straßen und Brücken Nordrhein-Westfalens“ zu rechnen, heißt es im Antrag. Da pro Sattelzug nur ein Castorbehälter befördert werden könne, müsse von einer Gesamtdauer der Transporte von zwei Jahren ausgegangen werden.

Die sicherheitspolitische Begründung der „gefährlichen Castor-Transporte quer durch NRW“ sei jedoch bereits 2022 entfallen, schreibt die Linksfraktion, seit feststehe, dass der Standort Jülich – entgegen früheren Annahmen – doch erdbebensicher sei. Aufgrund kurzfristig nicht zu erbringender Nachweise zur Erdbebensicherheit hatte das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium 2014, nach dem Auslaufen der Genehmigung des bestehenden Behälterlagers in Jülich, eine atomrechtliche Anordnung zur unverzüglichen Räumung ausgesprochen. (sas/26.06.2025)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Ramelow, Bodo

Bundestagsvizepräsident

Bodo Ramelow

Bodo Ramelow

© DBT/ Inga Haar

Hermeier, Mareike

Die Linke

Mareike Hermeier

Mareike Hermeier

© Mareike Hermeier/ Jennifer Kölker

Zobel, Vanessa

CDU/CSU

Vanessa Zobel

Vanessa Zobel

© DBT/ Inga Haar

Schmidt, Dr. Paul

AfD

Dr. Paul Schmidt

Dr. Paul Schmidt

© Dr. Paul Schmidt/ Samuel Degen

Blankenburg, Jakob

SPD

Jakob Blankenburg

Jakob Blankenburg

© Jakob Blankenburg / Johann Floeter

Ebner, Harald

Bündnis 90/Die Grünen

Harald Ebner

Harald Ebner

© Harald Ebner/ Laurence Chaperon

Engelhard, Alexander

CDU/CSU

Alexander Engelhard

Alexander Engelhard

© Alexander Engelhard / Tobias Koch

Ramelow, Bodo

Bundestagsvizepräsident

Bodo Ramelow

Bodo Ramelow

© DBT/ Inga Haar

Dokumente

  • 21/586 - Antrag: Keine unnötigen Atomtransporte mit hoch radioaktivem Abfall aus Jülich ins Zwischenlager Ahaus
    PDF | 189 KB — Status: 24.06.2025
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überw 21/586(Dokument, öffnet ein neues Fenster) beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

  • Deutscher Bundestag, Internetredaktion
Nukleare Sicherheit

Antrag zu Atomtransporten aus Jülich ins Zwischenlager Ahaus abgelehnt

Der Bundestag hat am Donnerstag, 18. Dezember 2025, nach halbstündiger Aussprache einen Antrag der Fraktion Die Linke mit dem Titel „Keine unnötigen Atomtransporte mit hoch radioaktivem Abfall aus Jülich ins Zwischenlager Ahaus“ (21/586(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) abgelehnt. Gegen den Antrag stimmten CDU/CSU, AfD und SPD, dafür stimmte die Linksfraktion. Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich. Zur Abstimmung lag eine Beschlussempfehlung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (21/1629(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) vor.

Antrag der Linken

Die Fraktion forderte von der Bundesregierung unter anderem, „alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, dass die Verantwortung für die langfristige Lagerung und Vorbereitung des Atommülls für die Endlagerung bei den Verursachern in Jülich verbleiben wird“. Außerdem sollte sie sich für eine Verständigung mit allen Betroffenen und Beteiligten aus den Ministerien, den involvierten Unternehmen und der Umweltverbände in Nordrhein-Westfalen einsetzen. Diese Verständigung müsse „Sicherheit und gesellschaftliche Unterstützung der Vereinbarungen zur Zukunft der AVR-Castoren“ ermöglichen, sowie unnötige Atomtransporte vermeiden.

Weiter verlangten die Abgeordneten, dass jede Maßnahme „gemeinsam wie bisher finanziell im Verhältnis 70 zu 30 von Bund und Land getragen wird“. Dies sollte vor allem mit Blick auf die Bereitstellung der Gelder für einen Zwischenlagerneubau in Jülich und die dafür notwendigen Grundstückskäufe gelten, heißt es im Antrag. (sas/hau/18.12.2025)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Nouripour, Omid

Bundestagsvizepräsident

Omid Nouripour

Omid Nouripour

© Omid Nouripour/Stefan Kaminski

Blankenburg, Jakob

SPD

Jakob Blankenburg

Jakob Blankenburg

© Jakob Blankenburg / Johann Floeter

Schmidt, Dr. Paul

AfD

Dr. Paul Schmidt

Dr. Paul Schmidt

© Dr. Paul Schmidt/ Samuel Degen

Aeikens, Anna

CDU/CSU

Anna Aeikens

Anna Aeikens

© Anna Aeikens / Sophie Weise-Meißner

Ebner, Harald

Bündnis 90/Die Grünen

Harald Ebner

Harald Ebner

© Harald Ebner/ Laurence Chaperon

Hermeier, Mareike

Die Linke

Mareike Hermeier

Mareike Hermeier

© Mareike Hermeier/ Jennifer Kölker

Schwarzelühr-Sutter, Rita

Parlamentarische Staatssekretärin für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Rita Schwarzelühr-Sutter

Rita Schwarzelühr-Sutter

© Rita Schwarzelühr-Sutter/ Photothek Media Lab

Kraft, Dr. Rainer

AfD

Dr. Rainer Kraft

Dr. Rainer Kraft

© Rainer Kraft/Hagen Schnauss

Koller, Hans

CDU/CSU

Hans Koller

Hans Koller

© Hans Koller/ Verena S. Mautner

Nouripour, Omid

Bundestagsvizepräsident

Omid Nouripour

Omid Nouripour

© Omid Nouripour/Stefan Kaminski

Dokumente

  • 21/586 - Antrag: Keine unnötigen Atomtransporte mit hoch radioaktivem Abfall aus Jülich ins Zwischenlager Ahaus
    PDF | 189 KB — Status: 24.06.2025
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 21/1629 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Antrag der Abgeordneten Mareike Hermeier, Dr. Fabian Fahl, Luigi Pantisano, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke - Drucksache 21/586 - Keine unnötigen Atomtransporte mit hoch radioaktivem Abfall aus Jülich ins Zwischenlager Ahaus
    PDF | 176 KB — Status: 12.09.2025
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Beschlussempfehlung 21/1629(Dokument, öffnet ein neues Fenster) (Antrag 21/586(Dokument, öffnet ein neues Fenster) ablehnen) angenommen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

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https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw51-de-atomtransporte-1129206

Stand: 17.08.2026