Forderung nach Neuausrichtung der deutschen Erinnerungskultur

Denkmal für den Astronomen und Mathematiker Johannes Kepler in Weil in Baden-Württemberg (© picture alliance / imageBROKER | Michael Weber)
Liveübertragung: Mittwoch, 7. Oktober, 19.15 Uhr
Der Bundestag berät am Mittwoch, 7. Oktober 2026, erstmals zwei Anträge der AfD-Fraktion mit den Titeln „Deutsche Erinnerungskultur neu ausrichten – Gedenkstättenkonzeption des Bundes durch eine Bundeskonzeption national bedeutsamer Gedenkstätten, Denkmäler und Erinnerungsorte ersetzen“ (21/7636(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) und „Kulturschutzgebiete für identitätsstiftende Bauwerke und Landschaften etablieren“. Im Anschluss an die 30-minütige Aussprache soll die Anträge zur weiteren Beratung an die Ausschüsse überwiesen werden. Federführend für den erstgenannten Antrag ist der Ausschuss für Kultur und Medien, federführend für den zweiten Antrag, der noch nicht vorliegt, der Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen.
Erster Antrag der AfD
Nach dem Willen der AfD-Fraktion soll die Gedenkstättenkonzeption des Bundes durch eine Bundeskonzeption national bedeutsamer Gedenkstätten ersetzt werden. In dem Antrag fordern die Abgeordneten die Bundesregierung auf, binnen eines Jahres eine Konzeption vorzulegen, die das nationale historische Erbe Deutschlands sichtbar macht, historische Zusammenhänge vermittelt und das Bewusstsein für die deutsche Geschichte und Staatlichkeit dauerhaft stärkt.
Die Konzeption soll „einen historischen Bogen von den Krönungen Ottos des Großen über das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, die Umbrüche der napoleonischen Zeit und die deutsche National- und Freiheitsbewegung des 19. Jahrhunderts bis hin zur deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 spannen“, heißt es in der Vorlage.
Nach Ansicht der AfD bezieht sich die bisherige Gedenkstättenkonzeption und Erinnerungskultur „fast ausschließlich auf die Tiefpunkte der deutschen Geschichte, die mit den beiden totalitären Diktaturen auf deutschem Boden verbunden waren“. Es sei Zeit, „wieder die vielen guten Seiten der deutschen Geschichte, von Otto dem Großen bis zur Wiedervereinigung, in den Vordergrund zu rücken und diese als positive identitätsstiftende Orientierungspunkte in der Erinnerungskultur zu würdigen“. (aw/hau/05.10.2026)