Bundestag stimmt über Anträge zum Massaker von Babyn Jar ab

Ein junger Mann steht an der „Crystal Wall of Crying“ der Gedenkstätte Babyn Jar. Bis zur Befreiung der ukrainischen Hauptstadt durch die Rote Armee im November 1943 wurden in Babyn Jar (Altweiberschlucht) rund 100.000 Menschen ermordet. Die Schlucht gilt als das größte Massengrab in Europa. (© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Britta Pedersen)
Liveübertragung: Freitag, 9. Oktober, 13.05 Uhr
Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages befassen sich am Freitag, 9. Oktober 2026, mit zwei Vorlagen zum Massaker von Babyn Jar. Dazu liegen den Parlamentariern ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit dem Titel „85 Jahre Massaker von Babyn Jar – Deutschlands historische Verantwortung für die Ukraine“ (21/8152(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) und ein Antrag der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD mit dem Titel „85. Jahrestag des Massakers von Babyn Jar – Erinnerung bewahren, historische Verantwortung stärken und die Ukraine auf ihrem Weg in Freiheit und Sicherheit unterstützen“ (21/8365(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) vor, die im Anschluss an die Aussprache direkt abgestimmt werden sollen.
Antrag der Grünen
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen will mit dem Gedenken an die Opfer des Massakers von Babyn Jar vor 85 Jahren an die Verantwortung Deutschlands für die Ukraine erinnern. In einem Antrag (21/8152(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) fordern die Abgeordneten die Bundesregierung unter anderem auf, mit Bildungsarbeit und Kulturprojekten in der Ukraine und in Deutschland das Erinnern an die deutsch-ukrainische Geschichte zu fördern. Insbesondere solle die Vermittlung der Geschichte des deutschen Vernichtungskrieges in der Ukraine, die Dokumentation von Zeitzeugenberichten sowie der Austausch zwischen Gedenkstätten, Museen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gestärkt werden.
Das Massaker von Babyn Jar am Rande von Kyjiw Ende September 1941 „war eine von NS-Deutschland organisierte und durchgeführte Massenerschießung, die zu den größten Mordaktionen des Holocaust zählt und heute ein besonders grausam herausragendes Zeugnis der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik und der barbarischen Kriegsverbrechen der deutschen Nazi-Diktatur in Osteuropa darstellt“, schreiben die Abgeordneten. Mit Blick auf die Gegenwart und den Krieg Russlands gegen die Ukraine sei Deutschland in der Verantwortung, „die Ukraine auf allen Ebenen weiter und stärker bei der Verteidigung ihres Rechts auf Selbstbestimmung, ihrer Unabhängigkeit, ihrer Freiheit, ihrer territorialen Integrität und ihrer Souveränität zu unterstützen“. (ahe/eis/06.10.2026)