Felipe aus Chile betont den interkulturellen und politischen Wert des IPS

Felipe aus Chile (IPS-Teilnehmer 2026) (© Sanu Anudari)
Felipe ist 25 Jahre alt, studierte Politikwissenschaft in Chile und hat am Programm IPS global 2026 teilgenommen.
Warum hast Du Deutsch gelernt?
Ich habe an einer Deutschen Schule in Valdivia gelernt, einer Stadt im Süden Chiles. Während meiner Schulzeit hatte ich die Gelegenheit, nicht nur die Sprache, sondern auch die deutsche Kultur und Geschichte kennenzulernen. Das Privileg, Deutsch zu lernen, hat mir viele Türen geöffnet, die ich in meinem Leben sonst nie gehabt hätte – wie eben die Teilnahme am IPS.
Inwiefern spielt deutsche Politik in Deinem Heimatland eine Rolle?
Chile und Deutschland verbindet eine lange Geschichte politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Zusammenarbeit, die bis heute anhält. Dies wird durch die starke deutsche Präsenz in meinem Heimatland untermauert – besonders im Süden, wo deutsche Einflüsse die Kultur vieler Regionen seit fast zwei Jahrhunderten prägen. Vor diesem Hintergrund genießt die deutsche Politik in Chile stets einen hohen Stellenwert. Besonders bemerkenswert finde ich dabei, wie beständig Diplomatie und partnerschaftliche Kooperation die Beziehungen zwischen beiden Ländern tragen.
Warum hast du dich für das IPS-Programm beworben?
Die Teilnahme an einem Programm wie dem IPS ist eine einmalige Chance für junge Fachkräfte weltweit. Diese Erfahrung ist sowohl beruflich als auch akademisch ein echter Gewinn, da man die Funktionsweise des Parlaments aus erster Hand miterlebt. Es ist eine Möglichkeit, die man oft nicht einmal im eigenen Heimatland hat. Zudem hat mich besonders beeindruckt, wie offen und transparent Deutschland bereit ist, die Abläufe und Institutionen der eigenen Demokratie zu vermitteln.
Was war der bedeutendste Moment oder die wichtigste Erkenntnis während Deines Aufenthalts in Berlin?
Da fallen mir direkt zwei Highlights ein: Zum einen der IPS-Empfang. Es war ein großartiger Abend, um die Kulturen und kulinarischen Spezialitäten der vielen Länder kennenzulernen. Ein ganz besonderer Teil davon war das Bühnenprogramm, bei dem ich selbst mitwirken durfte. Der Empfang hat mir während der intensiven Proben unvergessliche Momente mit meinen Mitstipendiatinnen und Mitstipendiaten geschenkt.
Zum anderen denke ich sehr gerne an unsere Stiftungsreise zurück. Die gemeinsame Zeit in Bayern war eine wunderbare Gelegenheit, abseits des Alltags zusammenzukommen und noch enger als Gruppe zusammenzuwachsen.
Welche Fähigkeiten oder Kenntnisse hast Du während des Programms erlernt, die Du in Zukunft nutzen wirst?
Ich habe viel über Zeitmanagement und Selbstorganisation gelernt. Die parlamentarische Arbeit ist intensiv und oft schnelllebig, da sich die politische Dynamik und die Prioritäten täglich – manchmal sogar von Minute zu Minute – ändern.
Das hat mich gelehrt, auch in hektischen Momenten die Ruhe zu bewahren, strukturiert vorzugehen, Prioritäten zu setzen, mich im Team abzustimmen und ohne Scheu nach Unterstützung zu fragen. Mein Arbeitsumfeld im Büro war für diese Lernerfahrung ideal: Meine Kolleginnen und Kollegen waren immer offen, hilfsbereit und jederzeit bereit, mir alles zu erklären, was mir anfangs noch neu war.
Wie würdest Du Deine Zeit in Berlin in drei Worten zusammenfassen?
Abenteuerlich – Freundschaft – Lebhaft
Welche Tipps hast Du für zukünftige Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um das Beste aus dem Aufenthalt in Berlin zu machen?
Nutzt die gemeinsame Zeit mit euren Mitstipendiatinnen und Mitstipendiaten! Ich habe mein soziales Energielevel selten so intensiv ausgereizt wie während des IPS – aber genau aus diesen Momenten, sowohl bei der Arbeit als auch in der Freizeit – entstehen Freundschaften fürs Leben.
Nutzt außerdem jede Gelegenheit, an Terminen und Veranstaltungen während der Praktikumsphase im Abgeordnetenbüro teilzunehmen. Dort lernt man unglaublich viel über die deutsche Politik und Gesellschaft. Und nicht zuletzt: Wenn ihr Zeit und Energie habt, nutzt die akademischen Angebote der Partneruniversitäten (HU, FU und TU Berlin). Die Lehrveranstaltungen und extracurricularen Aktivitäten sind ein großartiger Raum, um zwischendurch auf andere Gedanken zu kommen und Neues zu entdecken.