20.08.2026 | Parlament

Spatenstich in Halle: Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation

Das Bild zeigt ein Zitat; einen Ausschnitt aus dem Text.

Zitat der SED-Opferbeauftragten (© Team Zupke)

Mit einem Spatenstich hat heute in Halle (Saale) der Umbau des Riebeckplatzes begonnen. Hier entsteht das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation.

Das Zukunftszentrum soll ein Ort für Wissenschaft, Kultur und Begegnung werden. Ziel ist es, die unterschiedlichen Erfahrungen in den Jahren nach der Wiedervereinigung miteinander ins Gespräch zu bringen. Die Fertigstellung ist für 2030 vorgesehen, zum 40. Jahrestag der Deutschen Einheit.

Für viele Menschen in der ehemaligen DDR war die Freiheit nach 1989 auch mit schmerzhaften Erfahrungen verbunden. Die Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland lag in den Jahren nach der Wiedervereinigung im Schnitt bei rund 30 Prozent, in manchen Regionen sogar über 50 Prozent. Die tiefgreifenden Umbrüche jener Zeit verlangten den Menschen viel ab – und diese Erinnerung wird bis heute weitergegeben, über Generationen hinweg.

Evelyn Zupke betont, wie wichtig die gesellschaftlichen Debatten über die Nachwendezeit sind: „Ich wünsche mir, dass im Zukunftszentrum beides Platz findet: die Erinnerung an die Härten des Umbruchs – und der klare Blick auf das Unrecht der SED-Diktatur. Keine Erinnerung darf die andere verdrängen.“

Der SED-Opferbeauftragten ist eine klare Abgrenzung wichtig: Die Erfahrungen der 90er-Jahre sind nicht vergleichbar mit dem staatlichen Unrecht der SED-Diktatur, in der es keinen Rechtsstaat gab und politisch Andersdenkende verfolgt wurden. Das Zukunftszentrum kann zu einem differenzierten Blick auf die Wiedervereinigung beitragen, ohne die Errungenschaften der Friedlichen Revolution aus dem Blick zu verlieren.