Ehrlicher Umgang mit DDR-Vergangenheit ist Frage des Respekts vor den Opfern

(© Team Zupke)
Mehrere aktuelle öffentliche Debatten zeigen, wie wichtig ein kritischer Umgang mit der eigenen Vergangenheit bleibt. Für Evelyn Zupke, SED-Opferbeauftragte, stellt sich dabei insbesondere die Frage, wie Menschen, die in der DDR politische oder staatliche Verantwortung getragen oder das System unterstützt haben, heute mit ihrer eigenen Biografie umgehen.
Für die Opfer der SED-Diktatur und ihre Angehörigen ist es schmerzhaft, wenn frühere Unterstützer des Systems heute wie selbstverständlich öffentliche Ämter oder gesellschaftliche Funktionen übernehmen. Gerade deshalb braucht es aus Sicht von Evelyn Zupke einen ehrlichen und kritischen Blick auf die eigene Vergangenheit.
Wer heute Verantwortung in Staat und Gesellschaft übernimmt, muss bereit sein, sich mit dem eigenen Lebensweg auseinanderzusetzen und die Erfahrungen und das Leid der Opfer anzuerkennen. Dazu gehört, die eigene Rolle in den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen der DDR zu hinterfragen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.
„Ein kritischer Umgang mit der eigenen DDR-Vergangenheit ist eine Frage des Respekts vor den Opfern“, so Evelyn Zupke.