18.08.2026 | Parlament

SED-Diktatur im Unterricht: Zupke begrüßt Empfehlungen der Kultusminister

Junge Menschen mit Ansicht von hinten, sitzend, Blick in den Raum, große Fensterfront, davor eine Person, die erklärt und redet
Karges Zimmer mit Pritsche und blauem Anzug, Waschbecken, kleinem Tisch, Fenster mit Glasbausteinen, offensichtlich eine Gefängniszelle für eine Person

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Schülerinnen und Schüler bei einem Gespräch mit Evelyn Zupke zu ihren Erfahrungen in der Friedlichen Revolution und zu ihrer Arbeit als SED-Opferbeauftragte. (© Team Zupke)

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Zelle im ehemaligen Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen - heute Gedenkstätte. (© Team Zupke)

„Wer verstehen will, was Diktatur bedeutet, muss mehr als nur die Lehrbücher kennen. Wer mit der Schule in eine Gedenkstätte fährt oder mit einem Zeitzeugen spricht, der erlebt Geschichte hautnah. Ich freue mich, dass die Kultusministerkonferenz klar sagt: Es braucht die nötigen Ressourcen, damit Schulklassen in Gedenkstätten pädagogisch gut betreut werden.“

So kommentiert Evelyn Zupke, Beauftragte des Deutschen Bundestages für die Opfer der SED-Diktatur, die aktualisierten Empfehlungen der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Erinnerungskultur in Schulen, die am 11. Juni 2026 verabschiedet wurden.

Gedenkstätten leisten seit langem historisch-politische Bildungsarbeit für Schulen – mit Personal, Konzept und Herzblut. Was dafür bisher fehlt, sind gesicherte Ressourcen. So konnte die Gedenkstätte Hohenschönhausen 2024 beispielsweise nur 50 Prozent ihrer geplanten und nachgefragten Seminare anbieten, da die finanziellen Mittel nicht ausreichten. 

Die KMK-Empfehlung betont: Die strukturellen Voraussetzungen müssten geschaffen werden, damit die pädagogische Arbeit überhaupt geleistet werden kann. Für die SED-Opferbeauftragte ist das ein wichtiges Signal – und Grundlage dafür, das Wissen junger Menschen über die SED-Diktatur zu stärken. 

Eine weitere Neuerung in den Empfehlungen der Bildungsminister der Bundesländer: Die Friedliche Revolution 1989 soll stärker in den Schulen gelehrt werden. Für Evelyn Zupke ein Meilenstein: „Die Friedliche Revolution war kein Geschenk der Geschichte. Bürgerinnen und Bürger sind auf die Straße gegangen, haben der Gewalt der Staatsmacht getrotzt und sich ihre Demokratie erstritten. Diese demokratische Errungenschaft gehört in jeden Geschichtsunterricht!“

Die Kultusministerkonferenz betont ausdrücklich: „Historisch-politisches Lernen zielt darauf ab, die Bedeutung vergangener Ereignisse für die Gegenwart sichtbar zu machen.“ Auch die SED-Opferbeauftragte ist überzeugt: Schülerinnen und Schüler lernen den Wert von Demokratie und Freiheit schätzen, wenn sie reflektiert über die Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes und über die SED-Diktatur diskutieren. Geschichtsunterricht dreht sich nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch um die Werte, die unsere heutige Gesellschaft prägen.