Aufnahme in die Präsidentengalerie: Würdigung der einzigen frei gewählten Volkskammer der DDR
Das Porträt von Dr. Sabine Bergmann-Pohl ergänzt ab sofort die Reihe der Gemälde von Bundestagspräsidentinnen und -präsidenten auf der Präsidialebene im Reichstagsgebäude. Am feierlichen Festakt zur Enthüllung des Gemäldes nahm auch die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke teil. Erstmals wird damit eine Politikerin in dieser Porträtgalerie geehrt, die zwar nicht an der Spitze des Bundestages stand, aber als letzte Präsidentin der Volkskammer der DDR maßgeblichen Anteil am demokratischen Neuanfang im Osten Deutschlands hatte.
In ihrer kurzen Amtszeit nach der ersten freien Volkskammerwahl vom März 1990 leistete das ostdeutsche Parlament Historisches: Binnen eines halben Jahres berieten und verabschiedeten die Abgeordneten mehr als 160 Gesetzesvorhaben und ebneten mit dem Beschluss vom 23. August 1990 den Weg zum Beitritt der DDR zur Bundesrepublik.
Geschaffen wurde das Gemälde von der Leipziger Künstlerin Doris Ziegler. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner betonte, dass mit dem Einzug des Porträts eine längst überfällige Zusammenführung der parlamentarischen Traditionen beider deutscher Staaten vollzogen werde.
Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke unterstrich im Anschluss an die Enthüllung die Bedeutung dieses Anlasses:
„Dass Sabine Bergmann-Pohl nun in der Galerie der Präsidentinnen und Präsidenten des Deutschen Bundestages vertreten ist, ist ein Zeichen des Respekts vor der ostdeutschen Freiheitsbewegung. Die Erinnerung an die DDR ist mehr als die Geschichte von Diktatur und Repression – eben auch die Geschichte der 1989 auf den Straßen von mutigen Menschen erkämpften Demokratie. Diese Geschichte hat nun im Herzen unseres Parlaments ihren Platz.“