27.01.2026 | Parlament

Die SED-Opferbeauftragte zu Gast in der Veranstaltungsreihe „60-Minuten“

Das Bild zeigt eine Frau, die in einem Büro am Schreibtisch vor einem Bildschirm sitzt. Auf dem Bildschirm ist eine Kamera auf sie positioniert. Sie schaut in den Bildschirm, gestikuliert und spricht.

Die SED-Opferbeauftragte während der Videokonferenz. (© Team Zupke)

Am 27. Januar 2026 war die SED-Opferbeauftragte zu Gast bei der vom Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ausgerichteten Online-Veranstaltung „60-Minuten“. Bei dieser regelmäßig stattfindenden Veranstaltungsreihe werden zentrale Fragen der Aufarbeitung der SED-Diktatur aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Dabei richtet sich die Veranstaltung insbesondere an Betroffene von SED-Unrecht.

Zum Auftakt berichtete die Opferbeauftragte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch einmal von dem im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossenen Novellierungsprozess der SED-Unrechtsbereinigungsgesetze und den zahlreichen Verbesserungen, die zum 1. Juli 2025 in Kraft getreten sind. Zudem informierte sie über den neuen bundesweiten Härtefallfonds für Opfer der SED-Diktatur, der am 9. November 2025 seine Arbeit aufgenommen und bereits erste Unterstützungsleistungen an Betroffene ausgezahlt hat. Darüber hinaus erläuterte sie die im Gesetz neu eingeführte kriterienbasierte Vermutungsregelung, durch welche die Anerkennung verfolgungsbedingter Gesundheitsschäden erheblich vereinfacht wurde, und stellte den Umsetzungsstand der damit verbundenen Rechtsverordnungen dar. Im Anschluss daran gab es Raum für Nachfragen und Diskussion, der von den Teilnehmenden rege genutzt wurde.

Insbesondere der direkte Austausch mit den Betroffenen ist für die Arbeit der Opferbeauftragten von großer Bedeutung und liegt ihr ausgesprochen am Herzen. Er ermöglicht es, individuelle Erfahrungen unmittelbar zu berücksichtigen und die bestehenden Unterstützungsangebote passgenau weiterzuentwickeln. Zugleich stärkt der persönliche Dialog das Vertrauen der Betroffenen in die Aufarbeitung des SED-Unrechts.