Einladung: Fachkonferenz „Traumasensibilität in der Pflege stärken – Bedarfe von Betroffenen von SED-Unrecht und weiteren Unrechtserfahrungen“

(© Team Zupke)
Termin: Donnerstag, 24. September 2026, 13.00 bis 17.00 Uhr
Ort: Anhörungssaal des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses, Deutscher Bundestag
Anmeldung: sed-opferbeauftragte@bundestag.de(E-Mail).
Geben Sie dabei bitte Ihr Geburtsdatum an.
Alle Interessierten können sich anmelden. Die Zahl der Plätze ist auf 150 begrenzt.
Viele Menschen, die in der DDR Verfolgung, Zersetzung, politische Haft, Zwangsunterbringung oder andere Formen von Unrecht erfahren haben, leiden bis heute an den Folgen dieser Erfahrungen. Mit dem zunehmenden Alter der Betroffenen stellt sich daher auch die Frage, was diese Erfahrungen bedeuten, wenn sie auf Pflege und Unterstützung angewiesen sind.
Die Forschung der vergangenen Jahre zeigt, dass traumatische Erlebnisse auch Jahrzehnte nach den eigentlichen Ereignissen fortwirken können. Insbesondere Krankheit, Pflegebedürftigkeit und die Abhängigkeit von der Unterstützung anderer Menschen können dann früheres Erleben von Fremdbestimmung, Gewalt, Kontrolle und Ohnmacht wieder in Erinnerung rufen.
Dies betrifft Menschen mit Erfahrungen von SED-Unrecht in besonderer Weise. Zugleich bestehen vergleichbare Herausforderungen auch für Menschen, die andere Formen institutioneller Unterbringung oder sexualisierter Gewalt erfahren haben.
Wie muss Pflege aussehen, damit Traumata nicht wieder aufbrechen? Und was brauchen Pflegefachkräfte, um mit den besonderen Erfahrungen und Bedürfnissen der Betroffenen sensibel umgehen zu können und damit auch für sie selbst belastende Situationen besser zu bewältigen?
Diesen Fragen widmet sich die Fachkonferenz
„Traumasensibilität in der Pflege stärken – Bedarfe von Betroffenen von SED-Unrecht und weiteren Unrechtserfahrungen“
am Donnerstag, 24. September 2026, von 13.00 bis 17.00 Uhr im Deutschen Bundestag.
Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke setzt sich gemeinsam mit den Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur seit mehreren Jahren dafür ein, Traumasensibilität stärker in der pflegerischen Versorgung sowie in der Aus-, Fort- und Weiterbildung zu verankern.
Auf der Konferenz sollen Fachkräfte aus Pflege und Altenhilfe, Vertreterinnen und Vertreter von Pflegeeinrichtungen und Berufsverbänden, Wissenschaft, Betroffenenvertretungen sowie Akteurinnen und Akteure aus Aus-, Fort- und Weiterbildung und Politik miteinander ins Gespräch kommen können.
Die Veranstaltung findet unter Mitwirkung der Fachstelle „Aktiv gegen sexualisierte Gewalt“ der Diakonie Deutschland und der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs statt. Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Katrin Staffler wird ein Grußwort halten.
Die Diskussion wird vom Parlamentsfernsehen live übertragen und ist auch später online über die Homepage der SED-Opferbeauftragten abrufbar.
Auch eine Informationsbroschüre des Forschungsprojektes „Versorgungsmöglichkeiten und -gefahren ehemaliger Heimkinder im Alter“ zur Sensibilisierung von Pflegekräften wird auf der Veranstaltung vorgestellt und im Anschluss auf der Homepage zur Verfügung gestellt.