Vorplanung zur Schienenneubaustrecke Frankfurt-Mannheim
Berlin: (hib/HAU) Mit dem Schieneninfrastrukturvorhaben „NBS Frankfurt - Mannheim“ werden laut Bundesregierung „die infrastrukturellen Voraussetzungen für eine leistungs- und zukunftsfähige Abwicklung des Schienenverkehrs im hochbelasteten Korridor zwischen Rhein/Main und Rhein/Neckar geschaffen“. Ausgangspunkt des Vorhabens sei die bestehende Überlastung der Bestandsstrecken „Riedbahn“ und „Main-Neckar-Bahn“, die den steigenden Anforderungen an Kapazität, Betriebsqualität und Verkehrsverlagerung „nicht mehr ausreichend gerecht werden“, heißt es im „Bericht über das Ergebnis der Vorplanung und der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung der Neubaustrecke Frankfurt - Mannheim“, der als Unterrichtung durch die Bundesregierung (21/7155(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) vorliegt.
Ziel sei die Schaffung zusätzlicher, strukturell trennbarer Kapazitäten zur Entflechtung von Personen- und Güterverkehr sowie zur nachhaltigen Entlastung der Bestandsinfrastruktur, schreibt die Regierung. Hierzu sei der Neubau einer zweigleisigen, für Geschwindigkeiten bis 300 km/h ausgelegten Strecke vorgesehen. Die betriebliche Konzeption sehe eine vorrangige Nutzung durch den schnellen Schienenpersonenfernverkehr im Tageszeitraum vor, während in den Nachtstunden eine gezielte Verlagerung des Schienengüterverkehrs auf die Neubaustrecke erfolge. „Dadurch wird insbesondere die Riedbahn wirksam vom nächtlichen Güterverkehr und den damit verbundenen Lärmemissionen entlastet“, heißt es in dem Bericht.
Die NBS Frankfurt - Mannheim soll laut der empfohlenen Vorzugsvariante ab Neu-Isenburg-Zeppelinheim parallel zur Autobahn A5 verlaufen und ab Darmstadt entlang der Trasse der A67 bis in den Raum Einhausen folgen. Dort werde die Strecke in einem Tunnel übergehen, der östlich an Einhausen vorbeiführt, die Weschnitz unterquert und im Bereich der L3111 die Seitenlage zur Autobahn wechselt. Anschließend werde die Trasse durchgehend unterirdisch durch den Lorscher/Lampertheimer Wald geführt „und verläuft nordwestlich an Lampertheim-Neuschloß vorbei bis nach Mannheim-Blumenau, wo die Einbindung in die Bestandsstrecke Riedbahn erfolgt“. Darmstadt soll den Planungen zufolge über eine Nord- und eine Südanbindung in das Personenverkehrsnetz eingebunden werden. Für den Güterverkehr aus Richtung Mainz sei eine Anbindung über die sogenannte Weiterstädter Kurve vorgesehen, heißt es in der Unterrichtung.
Der Vorlage zufolge wird mit einer Gesamtinbetriebnahme voraussichtlich 2037 gerechnet. Im Rahmen der laufenden Bedarfsplanüberprüfung sei ein volkswirtschaftliches Nutzen Kosten-Verhältnis (NKV) von 1,1 ermittelt worden. Der Gesamtwertumfang (GWU) des Projekts beträgt laut Bundesregierung 8,05 Milliarden Euro.
„Nach Einschätzung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) werden mit der vorliegenden Vorzugsvariante - vorbehaltlich der noch ausstehenden Ergebnisse des Planfeststellungsverfahrens - die Projektziele und die einschlägigen gesetzlichen Anforderungen erfüllt“, heißt es in dem Bericht. Zudem gelange das EBA zu der Einschätzung, dass die von der Vorhabenträgerin DB InfraGO AG vorgelegte Vorzugsvariante „den zuwendungsrechtlich maßgeblichen Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit entspricht“. Weitergehende, über den gesetzlichen Rahmen hinausgehende Forderungen der Region würden jedoch ausgeschlossen. „Vor diesem Hintergrund empfiehlt der Bund, die beschriebene Vorzugsvariante der DB InfraGO AG in diesem Rahmen als Grundlage für die weiteren Planungen zu bestätigen“, schreibt die Bundesregierung.