Regierung plant Monitoring für Ausbau der Rechenkapazitäten
Berlin: (hib/LBR) Die Bundesregierung verfügt über keine umfassende Übersicht über geplante oder im Bau befindliche Rechenzentren in Deutschland. Da es sich im Wesentlichen um private Investitionen und Unternehmen handele, existiere eine umfassende Liste nicht, heißt es in der Antwort (21/7453(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (21/7213(Dokument, öffnet ein neues Fenster)). In dieser hatten sich die Abgeordneten nach Details zum Bau neuer Rechenzentren sowie zum Ausbau von bereits im Betrieb befindlichen Rechenzentren, etwa zur Rechenkapazität, der geplanten Stromanschlussleistung, zum Betreiber oder zum Standort erkundigt.
Informationen zu im Bau und/oder im Betrieb befindlichen Rechenzentren, die über das öffentlich Bekannte hinaus gehen, seien der Bundesregierung in vertraulichen Gesprächen durch die jeweils verantwortlichen Organisationen mitgeteilt worden. Aus Gründen von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen dieser Unternehmen könnten diese nicht mit der Öffentlichkeit geteilt werden, heißt es in der Antwort.
Ein Monitoring der Rechenzentrumsstrategie vom 18. März 2026 solle künftig im Abstand von zwölf Monaten erfolgen. Ein erstes Monitoring zur quantitativen Zielerreichung des Rechenkapazitätsausbaus soll zum Ende der laufenden Legislatur stattfinden, um „den Maßnahmen ausreichend Zeit zu geben, ihre Wirkung zu entfalten“, schreibt die Bundesregierung weiter.
Der Strombedarf von Rechenzentren und kleineren IT-Installationen habe 2025 bei rund 21,3 Terawattstunden gelegen. Ein Gutachten im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums prognostiziere für Rechenzentren einen Verbrauch von 31 Terawattstunden im Jahr 2030 und 80 Terawattstunden im Jahr 2045. Der steigende Strombedarf werde laut Bundesregierung bereits in aktuellen Planungen wie dem Netzentwicklungsplan Strom berücksichtigt.
Den Standort Deutschland bewerte die Bundesregierung als einen mit einer „vergleichsweise hohen Energieeffizienz.“ Der durchschnittliche Power-Usage-Effectiveness-Wert liege bei 1,43. Die Novelle des Energieeffizienzgesetzes solle unter anderem strengere Vorgaben für die Energieeffizienz von Rechenzentren schaffen. Spezifische Maßnahmen ausschließlich zur Senkung des Stromverbrauchs der IT-Hardware seien hingegen nicht geplant.