Antimuslimische Straftaten im ersten Halbjahr 2026
Berlin: (hib/SCR) Im ersten Halbjahr 2026 sind den Sicherheitsbehörden 231 politisch motivierte Straftaten im Unterthemenfeld „Islamfeindlich“ gemeldet worden. Darunter waren elf Gewaltdelikte. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (21/7478(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (21/6705(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) hervor.
Die Bundesregierung weist darauf hin, dass die Zahlen für 2026 vorläufig sind und nicht mit den Vorjahreszeiträumen verglichen werden können. Wegen einer technischen Umstellung seien bislang weniger Sachverhalte als in den Vorjahren an das Bundeskriminalamt gemeldet worden; weitere Fälle würden nachgemeldet.
Den Angaben zufolge wurden insgesamt 127 Tatverdächtige ermittelt. Festnahmen gab es nicht. Unter den 231 registrierten Straftaten waren nach Angaben der Bundesregierung 89 Fälle von Volksverhetzung, 16 Gewaltdelikte und 13 Sachbeschädigungen. Jeweils elf Fälle entfielen auf Nötigung oder Bedrohung sowie auf das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. 194 der 231 Straftaten wurden dem Phänomenbereich „Politisch motivierte Kriminalität (PMK) - rechts“ zugeordnet, zwölf dem Phänomenbereich „Politisch motivierte Kriminalität (PMK) - ausländische Ideologie“ und 15 unter „sonstige Zuordnung“.
Bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes wurden im ersten Halbjahr zudem 178 Fälle als antimuslimische Diskriminierung erfasst. Die meisten entfielen auf den Arbeitsmarkt mit 58 sowie auf private Dienstleistungen und den Zugang zu Gütern mit 42 Fällen.