21.08.2026 Haushalt — Gesetzentwurf — hib 656/2026

Haushalt 2027: Zinsausgaben des Bundes steigen deutlich

Berlin: (hib/SCR) Im Einzelplan 32 „Bundesschuld“ sind im Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 (21/7300(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) Ausgaben in Höhe von rund 43,61 Milliarden Euro vorgesehen. Das sind rund 9,96 Milliarden Euro mehr als 2026 (33,65 Milliarden Euro). Der Anstieg geht vor allem auf höhere Ausgaben für den Schuldendienst zurück. Dafür sind rund 41,77 Milliarden Euro eingeplant, nach 30,19 Milliarden Euro 2026. Im Einzelplan werden die Kreditaufnahme und der Schuldendienst des Bundes sowie Einnahmen und Ausgaben aus Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen abgebildet. Für die Nettokreditaufnahme des Bundeshaushalts sind 2027 rund 118,73 Milliarden Euro veranschlagt, nach 97,96 Milliarden Euro 2026.

Den größten Posten bei der Verzinsung bilden mit rund 24,01 Milliarden Euro die Zinsen für Bundesanleihen, nach 20,14 Milliarden Euro 2026. Für Bundesobligationen steigt der Ansatz von 3,19 Milliarden Euro auf 4,54 Milliarden Euro, für Bundesschatzanweisungen von 2,43 Milliarden Euro auf 2,69 Milliarden Euro. Für Grüne Bundeswertpapiere sind rund 1,27 Milliarden Euro an Zinsen vorgesehen (2026: 865,6 Millionen Euro).

Im Kapitel werden erstmals in größerem Umfang auch die Zinsausgaben für das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität sichtbar. Dafür sind 2027 rund 2,31 Milliarden Euro veranschlagt, nach 673 Millionen Euro 2026. Bei den übrigen Sondervermögen mit eigener Kreditermächtigung werden die Zinskosten dagegen im jeweiligen Sondervermögen geführt.

Mit Blick auf die weitere Finanzplanung (21/7301(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) geht die Bundesregierung von weiter stark steigenden Zinsausgaben aus. Nach rund 41,9 Milliarden Euro 2027 sollen diese 2028 rund 55,2 Milliarden Euro, 2029 rund 68,1 Milliarden Euro und 2030 rund 80,7 Milliarden Euro erreichen. Darin enthalten sind den Angaben zufolge die Zinsausgaben für das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität. Ab 2028 berücksichtigt die Planung demnach zudem Zinszahlungen für die vom Sondervermögen Bundeswehr aufgenommenen Kredite nach dessen geplantem Auslaufen.

Den Anstieg der Zinsausgaben führt die Bundesregierung in der Finanzplanung wesentlich „auf den erhöhten Schuldenstand sowie auf gestiegene Renditen für Bundeswertpapiere“ zurück. Letztere hätten sich infolge des Iran-Krieges und der damit gestiegenen Inflation beziehungsweise Inflationserwartung erhöht. Dies wirke sich insbesondere auf Anleihen mit kurzer Laufzeit sowie die Vorsorge für Schlusszahlungen bei inflationsindexierten Bundeswertpapieren aus.

Für Entschädigungen und Kosten aus Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen sind im Einzelplan 2027 rund 1,73 Milliarden Euro vorgesehen, nach 3,37 Milliarden Euro 2026. Davon entfallen 470 Millionen Euro auf inlandsbezogene und rund 1,26 Milliarden Euro auf auslandsbezogene Gewährleistungen und Umschuldungen.