24.08.2026 Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit — Antwort — hib 658/2026

Bundesregierung äußert sich zum Stand des AKW-Rückbaus

Berlin: (hib/SAS) Die drei letzten, am 15. April 2023 abgeschalteten deutschen Atomkraftwerke (AKW) Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2 haben zwischen April 2023 und September 2024 ihre Stilllegungs- und Abbaugenehmigungen erhalten. Sie befinden sich derzeit im Rückbauprozess. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (21/7609(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/7394(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) hervor.

Demnach wurde bei den drei AKW der Reaktorkern inzwischen entladen und mit dem Abbau nicht mehr benötigter Komponenten, wie beispielsweise Rohrleitungen oder Turbinenteile, begonnen. Der Reaktordruckbehälter befindet sich laut Bundesregierung aber noch „in Einbaulage“. Derzeit würden Einbauten des Reaktordruckbehälters demontiert und zerlegt. Die Anlagen selbst sind demnach derzeit noch nicht kernbrennstofffrei. Auch die Dampferzeuger befinden sich laut Bundesregierung noch in den Anlagen „in unterschiedlichen Abbauzuständen“. Darüber hinaus werden derzeit „Komponenten der jeweiligen Primärkreisläufe“ abgebaut.

Laut der Antwort ist der Rückbau der vier Atomkraftwerke Grafenrheinfeld, Philippsburg 2, Grohnde und Brokdorf, die zwischen Dezember 2019 und 2024 ihre Stilllegungs- und Abbaugenehmigung erhalten haben, weiter fortgeschritten. Alle vier Anlagen seien brennelement- und brennstabfrei. Die Anlagen Grafenrheinfeld und Philippsburg 2 befänden sich in fortgeschrittenen Demontagephasen. Dazu gehöre die Demontage von Großkomponenten wie dem Reaktordruckbehälter, dem Dampferzeuger und weiteren Komponenten des Primärkreislaufs. Auch die Kühltürme seien bereits abgerissen worden, teilt die Bundesregierung mit. In Grohnde und Brokdorf liefen vorbereitende Maßnahmen wie die Außerbetriebnahme und Stilllegung nicht mehr benötigter Systeme, Dekontaminationsmaßnahmen sowie die Demontage erster Anlagenteile und Einbauten des Reaktordruckbehälters.

Im Atomkraftwerk Gundremmingen B sei mit der Demontage der Einbauten des Brennelementlagerbeckens und des Reaktordruckbehälters begonnen worden. Auch die Kühltürme seien bereits abgerissen worden. Im AKW Grundmemmingen C wurden laut der Antwort die Generatoren, Turbinen sowie Pumpen und Armaturen im Maschinenhaus abgebaut.

Bei den restlichen Atomkraftwerken ist der Bundesregierung zufolge der Abbau weit fortgeschritten.Wesentliche Hauptkomponenten seien demontiert, an einigen Standorten bereits Gebäude oder Gebäudeteile zurückgebaut worden.

Laut der Bundesregierung gebe es keine Maßnahmen zur Reaktivierung der Anlagen. Weder habe es in der laufenden Legislaturperiode Gespräche zwischen der Bundesregierung und den Betreibern über einen Rückbaustopp oder die Wiederinbetriebnahme der deutschen Atomkraftwerke gegeben, noch habe das Bundesumweltministerium Gutachten oder Stellungnahmen der Betreiber der ehemaligen Atomkraftwerke zu einer möglichen Wiederinbetriebnahme vorgelegt, heißt es in der Antwort.

Die AfD-Fraktion hatte sich nach dem aktuellen Stand des Rückbaus der Atomkraftwerke in Deutschland sowie nach Maßnahmen zu ihrer Reaktivierung erkundigt.