Cyberangriff auf Daten des Welternährungsprogramms in Gaza
Berlin: (hib/JOH) Die vom Welternährungsprogramm (WFP) entworfene Anwendung zur Selbstregistrierung (Self-Registration Application, SRA) in den Palästinensischen Gebieten hat laut Bundesregierung zum Zeitpunkt eines Cyberangriffs am 30. Mai 2026 Informationen über etwa 600.000 registrierte Haushalte enthalten, die dort Unterstützung von WFP bekommen. Darunter seien Namen, Alter, Mobiltelefonnummern und Standortinformationen, berichtet die Bundesregierung in einer Antwort (21/7787(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage (21/7591(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) der Fraktion Die Linke. Es lägen jedoch keine Erkenntnisse darüber vor, dass Informationen weitergegeben oder veröffentlicht worden seien.
Gefragt nach den Folgen der Zusammenarbeit des WFP mit der US-Big Data-Analysesoftware Palantir in Bezug auf die Sicherheit vulnerabler Bevölkerungsgruppen im Gazastreifen erklärt die Bundesregierung, sie nehme die möglichen Risiken ernst. Das WFP habe gegenüber der Bundesregierung jedoch versichert, dass der Datenzugang für Palantir wie für jeden anderen Anbieter vertraglich abgesichert und auf die zur Erbringung der Dienstleistung unbedingt erforderlichen Informationen beschränkt sei. Die von dem Cyberangriff betroffene SRA nutze laut WFP zudem keine Software oder Technologie von Palantir.
Die Auswahl, Verwaltung und Nutzung technischer Systeme zur Erfüllung seines Mandats obliege WFP in eigener Verantwortung im Einklang mit seinen internen Regelwerken, betont die Bundesregierung. Sie verfüge daher nur in begrenztem Umfang über Kenntnisse über die beim WFP eingesetzte technische Systemlandschaft. Das geltende Datenschutzrahmenwerk von WFP beruhe aber nach ihrem Wissensstand auf internationalen Datenschutzstandards und bewährten Verfahren sowie den Grundsätzen der Vereinten Nationen (VN) zum Schutz personenbezogener Daten und zur Privatsphäre.