02.10.2026 Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung — Antwort — hib 767/2026

Deutsche Entwicklungsprojekte in Tansania

Berlin: (hib/JOH) Die Bundesregierung hat im Rahmen ihres Entwicklungsvorhabens zur nachhaltigen Entwicklung des Serengeti‑Ökosystems in Tansania die Unterstützung der Landnutzungsplanung, einschließlich der Zuteilung von Zertifikaten, beendet. Die erarbeiteten Pläne seien durch das zuständige District Council nach Kritik von indigenen Maasai abgelehnt worden, schreibt sie in einer Antwort (21/8222(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage (21/7592(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) der Fraktion Die Linke. Sie hatte bezugnehmend auf Berichte über „gewaltsame Vertreibungen von indigenen Maasai aus angestammten Gebieten im Zusammenhang mit Naturschutzinitiativen, Tourismusentwicklungen und neuerdings auch mit Projekten im Bereich der CO2-Kompensation“ nähere Informationen über die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Tansania erbeten.

Die Bundesregierung betont, die Bevölkerung werde vor Ort in die Planung und Finanzierung der Aktivitäten und Infrastrukturmaßnahmen involviert. Ihr seien zudem keine Vorfälle bekannt, wonach die von der Linksfraktion erfragten Projekte oder Partnerorganisationen seit 2016 im Zusammenhang mit Umsiedlungen, Einschränkungen traditioneller Weiderechte, der Beschlagnahmung von Viehbeständen oder Gewaltanwendung von Sicherheitskräften stünden.

Die von ihr finanzierten Projekte verfügten über Nachhaltigkeitsrichtlinien sowie Umwelt- und Sozialstandards, stellt die Bundesregierung klar. Diese umfassten insbesondere auch menschenrechtliche Risiken.

Informationen und Forderungen von Nichtregierungsorganisationen und NGO‑Verbänden - wie die „Maasai Conservation Vision“ - nehme die Bundesregierung zur Kenntnis, heißt es ferner. Maßgeblich für die Ausgestaltung der Projektaktivitäten bleibe in erster Linie die Konsultationen mit der von den Maßnahmen betroffenen Bevölkerung

In der „Maasai Conservation Vision“ haben die indigenen Maasai eine Vision von Naturschutz erarbeitet, welche die Koexistenz von Wildtieren mit den Weidetieren der Maasai ins Zentrum stellt. Vertreterinnen und Vertreter der Maasai hätte sie im Januar 2025 in Daressalam an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) überreicht, gibt die Bundesregierung an.