Off-Label-Medikamente gegen die Erkrankung ME/CFS
Berlin: (hib/PK) Sogenannte Off-Label-Medikamente gegen die Erkrankung ME/CFS sind Thema einer Kleinen Anfrage (21/8261(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) der Linksfraktion. In Deutschland seien schätzungsweise 650.000 Menschen an ME/CFS erkrankt. Ein Großteil der Patienten erkrankte demnach in Folge einer Covid-19-Infektion.
Ein Medikament oder eine Therapie zur speziellen Behandlung von ME/CFS gebe es bisher nicht. Zur Bekämpfung der Symptome griffen Ärzte sowie Betroffene daher auf Medikamente im Off-Label-Use zurück. Im April 2026 seien vier Medikamente durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zur Behandlung von Long/Post-Covid durch Off-Label-Use zugelassen worden.
Der G-BA unterscheide jedoch ohne nachvollziehbare Begründung zwischen Long-/Post-Covid und ME/CFS, sodass Patienten, die bereits vor der Covid-19-Pandemie infolge anderer Erreger an ME/CFS erkrankt sind, weitgehend von einer Behandlung ausgeschlossen würden, da lediglich eines der vier Medikamente auch für ME/CFS vorgesehen sei.
Die Fraktion will von der Bundesregierung unter anderem wissen, inwieweit die Erfahrungen von Patientenorganisationen wie dem Bundesverband ME/CFS Fatigatio bei der Entscheidung des G-BA berücksichtigt wurden.