07.10.2026 Digitales und Staatsmodernisierung — Antwort — hib 786/2026

Deutschland-App: Prototyp wird in sechs Kommunen erprobt

Berlin: (hib/LBR) Bei dem Prototyp der geplanten Deutschland-App, der in sechs Kommunen getestet werden soll, handelt es sich um einen einheitlichen Prototyp. Mehrere Hundert Personen sollen die Anwendung erproben; ein optionaler Probewirkbetrieb kann bis zu zwölf Monate Zeit in Anspruch nehmen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung (21/8098(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage (21/8030(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) der Linksfraktion hervor. Darin hatten sich die Abgeordneten nach Details zum Entwicklungsstand der sich in der Planung befindlichen „Deutschland-App“ erkundigt, etwa nach der Vergabe des Entwicklungsauftrags, nach beteiligten Unternehmen sowie den geschlossenen Verträgen. Die App soll Bürgerinnen und Bürger bei der Suche nach Verwaltungsleistungen und bei der Antragstellung unterstützen.

Für die Entwicklung des Prototyps sei die T-Systems International GmbH als Generalunternehmerin beauftragt worden, heißt es in der Antwort. Der Auftrag sei aus bestehenden Rahmenverträgen des Kaufhauses des Bundes abgerufen worden. Eine erneute Ausschreibung sei deshalb nicht erforderlich gewesen. Weitere Nachunternehmer und Lieferanten wähle und steuere T-Systems.

Für eine zeitlich begrenzte Initialphase würden zudem bestehende Rahmenverträge mit der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und der Capgemini Deutschland GmbH sowie Leistungen des Informationstechnikzentrums Bund genutzt. Die maximalen Vertragsvolumina beliefen sich den Angaben zufolge auf insgesamt rund 1.158.878 Euro netto.

Der Prototyp solle Verwaltungsleistungen aus den Bereichen Familienleistungen, Wohnen, Soziales und Unternehmensgründung abdecken. Vorgesehen seien zunächst ein Proof of Concept, ein darauf aufbauendes Minimum Viable Product und anschließend Tests mit Nutzerinnen und Nutzern.

Maßgeblich für die Auswahl der Pilotkommunen Dortmund, Dresden, Erfurt, Hamburg, Nürnberg und Wiesbaden seien unter anderem Fallaufkommen, Digitalisierungsgrad, Verwaltungsstruktur und Nutzergruppen gewesen. Die entwicklungsbegleitenden Tests seien für dieses Jahr vorgesehen. Ein optionaler begrenzter Wirkbetrieb könne bis zu zwölf Monate andauern. Dafür seien zunächst drei Monate mit verschärften Anforderungen vorgesehen, wie aus der Antwort hervorgeht.

Die Bundesregierung erklärt weiter, die Plattform werde einheitlich für alle sechs Kommunen entwickelt. Die Identifikation und Authentifizierung solle unter anderem über die eID-Funktion des Personalausweises möglich sein. Eine prototypische Verbindung zur EUDI-Wallet werde bereits in einer Sandbox erprobt.