19.10.2026 Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung — Antwort — hib 842/2026

Bundesregierung sieht großes Potenzial in Neurotechnologien

Berlin: (hib/DES) Die Bundesregierung befasst sich in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft, Verbraucherschutz und Forschung mit Fragen der Neurotechnologie. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung (21/8513(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/7985(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) hervor. Die Bundesregierung beobachte auch die „dynamischen Marktentwicklungen“ in diesem Bereich und erkenne das erhebliche Potenzial von Neurotechnologien als wichtiges Innovationsfeld sowie die wirtschaftlichen Chancen, die mit der Technologie einhergehen. In der Hightech Agenda Deutschland sind die Neurotechnologien „implizit als Gesundheitstechnologie bzw. Medizintechnik enthalten“.

Im Bereich der Medizinischen Anwendung könne die Technologie dazu beitragen, die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten zu verbessern. Zentraler Anwendungsbereich sei hier die Behandlung von Bewegungsstörungen, etwa bei Parkinson. Auch bei Schlaganfällen oder bei Querschnittslähmungen würden Neurotechnologien neue Chancen ermöglichen, die Kommunikations- und Bewegungsfähigkeit wiederzuerlangen. Auch bei psychiatrischen Erkrankungen wie einer Depression können die Technologie angewendet werden. Laut Antwort beschäftigt sich der Deutsche Ethikrat aktuell mit den Chancen und Risiken von Neurotechnologie.

Die Bundesmittel für Forschung im Bereich Neurotechnologien sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Während sie 2015 noch bei 3,2 Millionen Euro lagen, sind für 2026 rund 7,3 Millionen Euro veranschlagt. Im Jahr 2022 hat die Bundesregierung mit 13,9 Millionen Euro einen Höchstwert bei den Ausgaben in diesem Bereich erreicht. Das Forschungsministerium fördert darüber hinaus institutionell das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE).

Insgesamt nehme die Bundesregierung die Entwicklungen im Bereich der Neurotechnologien sehr ernst. Sobald die medizinischen Hintergründe und technologischen Möglichkeiten besser erforscht seien, könnten „konkrete nationale, europäische und internationale Regelungen für Unternehmen, Staat und Bürgerinnen und Bürger auf den Weg gebracht werden“. Nach Ansicht der Bundesregierung, sei dies derzeit bei vielen Aspekten der Neurotechnologien noch nicht der Fall, heißt es in der Vorbemerkung der Antwort.