Hohe Kosten für Arzneimittel gegen seltene Erkrankungen
Berlin: (hib/PK) In der Europäischen Union sind derzeit 164 Arzneimittel für seltene Erkrankungen (Orphan Drugs) zugelassen und damit in Deutschland verkehrsfähig. Im Februar 2024 waren 152 solche Arzneimittel in der EU zentral zugelassen, wie die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/8818(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage (21/8347(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) der AfD-Fraktion mitteilt.
Seit Februar 2024 kamen 43 zugelassene Arzneimittel hinzu, 18 erreichten das Ende ihrer Marktexklusivität, in fünf Fällen zog der Zulassungsinhaber den Status als Arzneimittel zurück, und weitere acht Präparate verfügen nicht mehr über eine gültige Zulassung.
Laut Orphanet, dem europäischen Referenzportal zu seltenen Erkrankungen und Orphan Drugs, seien bisher mehr als 6.600 verschiedene seltene Erkrankungen molekular beschrieben worden. Insgesamt gebe es laut Orphanet für mehr als zwölf Prozent der bekannten seltenen Erkrankungen mindestens eine zugelassene Behandlungsmöglichkeit in der EU.
Wie die Bundesregierung unter Berufung auf das Wissenschaftliche Institut der AOK weiter mitteilt, standen die sogenannten Orphan Drugs in Deutschland 2024 für einen Umsatz von rund 8,46 Milliarden Euro und für einen Anteil von 13,7 Prozent an den Arzneimittel-Nettokosten in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).