600 Arzneimittel von Lieferengpässen betroffen
Berlin: (hib/PK) Von den rund 104.000 verkehrsfähigen Arzneimitteln in der Zuständigkeit des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sind nach Angaben der Bundesregierung in diesem Jahr 600 Produkte von Lieferengpässen betroffen. Davon entfielen 415 Meldungen auf versorgungsrelevant eingestufte Wirkstoffe und 171 Meldungen auf versorgungskritisch eingestufte Wirkstoffe, heißt es in der Antwort (21/8860(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (21/8503(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) der AfD-Fraktion.
Grundsätzlich sei dabei zu beachten, dass Lieferengpässe bei Arzneimitteln nicht zwangsläufig zu einem Versorgungsengpass führten. Oft stünden alternative Arzneimittel oder andere Darreichungsformen zur Verfügung.
Eine geplante Regelung auf EU-Ebene sehe vor, dass bei der Vergabe öffentlicher Aufträge über kritische Arzneimittel die Herstellung in der EU zu bevorzugen sei, wenn es eine Schwachstelle in der Lieferkette gebe, durch die eine starke Abhängigkeit von einem oder mehreren Drittstaaten bestehe. Zudem würden im Vergabeverfahren solche Bieter bevorzugt, die kritische Arzneimittel und ihre Wirkstoffe anböten, die mindestens zu 50 Prozent in der EU hergestellt wurden.