Bundestagspräsidentin Julia Klöckner beim Parlamentspräsidententreffen des Weimarer Dreiecks in Warschau
Am Freitag, 9. Oktober 2026, nimmt Bundestagspräsidentin Julia Klöckner auf Einladung des Marschalls des Sejm der Republik Polen, Włodzimierz Czarzasty, an einem Treffen der Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten im Format des Weimarer Dreiecks in Warschau teil. Aus Paris reist die Präsidentin der französischen Nationalversammlung, Yaël Braun-Pivet, zu der Konferenz an.
Auf parlamentarischer Ebene hat das Weimarer Dreieck zuletzt im Jahr 2016 stattgefunden. Der Bundestagspräsidentin war es seit Amtsbeginn daher ein großes Anliegen, das Format wieder zu beleben. Das hatte sie auch bei ihren Antrittsbesuchen in Paris und Warschau im vergangenen Jahr zum Ausdruck gebracht.
Die Gespräche werden im Rahmen von zwei Arbeitssitzungen stattfinden. Zunächst wird es um die Rolle des Weimarer Dreiecks beim Aufbau einer gemeinsamen Sicherheit in Europa gehen, darauf folgt ein Austausch zum Thema: „Die Werte der Europäischen Union angesichts der Gefahren von Populismus und Extremismus im Kontext des Krieges in der Ukraine und der destabilisierenden Politik Russlands“. An diesem Teil der Diskussion wird auch der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk teilnehmen.
Im Anschluss wird es eine gemeinsame Pressekonferenz geben.
Das Weimarer Dreieck
Das Weimarer Dreieck entstand 1991 in Weimar als deutsch-französisch-polnisches Gesprächs- und Kooperationsformat auf Initiative der Außenminister Hans-Dietrich Genscher, Roland Dumas und Krzystof Skubiszewski. Ziel war es, gemeinsame Grundinteressen zwischen Deutschland, Frankreich und Polen über die Zukunft der Entwicklung Europas zu identifizieren und die grenzüberschreitende regionale Zusammenarbeit zu verbessern.
Auf parlamentarischer Ebene fand das erste Treffen 2010 in Essen statt. Auch die Europaausschüsse der beteiligten Parlamente treffen sich seit Jahren im Format des Weimarer Dreiecks – in der Regel einmal pro Jahr.