AfD-Fraktion fordert integrierte psychiatrische Versorgung
Berlin: (hib/PK) Nach Ansicht der AfD-Fraktion sollte das „Hamburger Modell“ der integrierten psychiatrischen Versorgung bundesweit ausgerollt und dauerhaft finanziert werden. Das am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) entwickelte Modell verbinde stationäre, teilstationäre und ambulante Elemente in einem langfristigen, multiprofessionellen Behandlungsnetz mit einem therapeutischen Assertive-Community-Treatment-(TACT-)Team, heißt es in einem Antrag (21/6934(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) der Fraktion.
Schwere psychische Erkrankungen erforderten eine kontinuierliche, sektorenübergreifende, wohnortnahe und aufsuchende Behandlung. Brüche zwischen ambulanter, teilstationärer und stationärer Versorgung führten derzeit häufig zu Rückfällen, Chronifizierung, hohem Leidensdruck für Betroffene und Angehörige sowie erheblichen Folgekosten im Gesundheits- und Sozialsystem.
Berichte zeigten, dass das „Hamburger Modell“ die Versorgungskontinuität verbessere, Zwangs- und Kriseninterventionen sowie stationäre Aufenthalte reduziere, die Lebensqualität stabilisiere und gleichzeitig Kosten für Krankenkassen senken könne.
Trotz nachgewiesener Wirksamkeit sei die Umsetzung integrierter psychiatrischer Versorgungsmodelle in Deutschland bislang regional begrenzt. Die Finanzierung über selektivvertragliche Einzelvereinbarungen verhindere eine flächendeckende, verlässliche und nachhaltige Verbreitung. Die Abgeordneten fordern, das „Hamburger Modell“ als Referenzmodell für die Behandlung schwerer psychischer Erkrankungen bundesweit zu etablieren und als Regelleistung auszubauen.