20.07.2026 Wirtschaft und Energie — Kleine Anfrage — hib 596/2026

Linke fragt nach gemeinwohlorientierten Unternehmen

Berlin: (hib/NKI) Die Fraktion Die Linke thematisiert in einer Kleinen Anfrage (21/7147(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) die Probleme von Betriebsnachfolgen und den geringen Anteil genossenschaftlicher Unternehmen.

Im europäischen Vergleich sei Deutschland im Genossenschaftswesen „auffällig schwach aufgestellt“, schreiben die Antragsteller. Die Länder Frankreich, Italien und Spanien würden „deutlich stärkere genossenschaftliche Beschäftigungsanteile“ aufweisen. Das Vereinigte Königreich habe sogenannte Employee Ownership Trusts (EOTs) seit 2014 steuerlich begünstigt - mit dem Ergebnis, dass 20 Prozent aller Unternehmensverkäufe im britischen Privatsektor inzwischen mit EOT-Strukturen arbeiten würden.

Die Fraktion fragt die Bundesregierung, ob sie genossenschaftliche und belegschaftsgetragene Eigentumsmodelle als strukturell besser geeignet einstuft als Private-Equity-Finanzierungen. Nach Ansicht der Abgeordneten könnten solche Modelle insbesondere bei kleineren und mittleren Unternehmen Gewinne, Steuern und Kaufkraft dauerhaft in der Region halten und damit den Verbleib von Unternehmen, Technologien und Steuersubstrat in Deutschland sichern. Die Fraktion möchte außerdem wissen, wie viele Unternehmen in den Jahren 2015 bis 2025 mangels Nachfolgelösung insolvent wurden und wie viele Arbeitsplätze dadurch verlorengegangen sind.

Speziell für das Handwerk fragt Die Linke nach regionalen Daten zur Nachfolgesituation, nach speziellen Finanzierungsinstrumenten und nach Maßnahmen zur Digitalisierung von Handwerksbetrieben im Nachfolgeprozess.