Sicherheitslage und Menschenrechtsverletzungen in Nigeria
Berlin: (hib/AHE) Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sind in Nigeria aktuell 3,6 Millionen Menschen binnenvertrieben, rund 400.000 Nigerianerinnen und Nigerianer suchen in Nachbarländern Schutz. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (21/7618(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/7189(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) hervor.
Wie es darin heißt, beschreiben die Vereinten Nationen die Lage in Nigeria überwiegend nicht als Religionskonflikt, „sondern als ein Zusammenwirken verschiedener Faktoren und Konfliktlinien, wie Terrorismus, Banditentum, ethnischen Spannungen, Ressourcen- und Landkonflikten“. Die Gewaltakteure seien vielfältig und umfassten unter anderem Banditengruppen und organisierte Kriminalität, dschihadistische Gruppen wie Boko Haram oder Ableger des „Islamischen Staates“ sowie sezessionistische Bewegungen. Im Zentrum des Landes führten auch klimatisch bedingte Ressourcenkonflikte zwischen mehrheitlich christlichen sesshaften Bauern und mehrheitlich muslimischen teilnomadischen Viehhirten zu Gewalt.
Die Einordnung der Organisation „Genocide Watch“, die in Nigeria von einem Genozid an Christen spreche, macht sich die Bundesregierung nicht zu eigen.