16.09.2026 Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend — Antwort — hib 714/2026

Schwierige Datenlage bei Genitalverstümmelung

Berlin: (hib/CHE) Die Bundesregierung erläutert in einer Antwort (21/7947(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage (21/7720(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) der Fraktion Die Linke, mit welchen Maßnahmen von Genitalverstümmelung (FGM/C) bedrohte oder davon schon betroffene Mädchen und Frauen in Deutschland unterstützt werden. Zwar gebe es zahlreiche Informations- und Beratungsangebote, schwierig sei jedoch die Datenlage, schreibt die Regierung. Da es sich bei FGM/C um ein Dunkelfeld handele, das nicht umfassend erhellt werden könne, stehe die Regierung im Austausch mit Nichtregierungsorganisationen und vergleiche deren Berechnungen beziehungsweise diskutiere methodische Unterschiede. „Aktuell läuft zudem ein Konsultationsprozess der EIGE (European Institute for Gender Equality) zur Weiterentwicklung der Risikoermittlung für von FGM/C gefährdete Mädchen und junge Frauen, an der sich das Bundesfamilienministerium beteiligt hat. Sobald ein weiterentwickelter Bezugsrahmen vorliegt, kann die Überarbeitung der Methodik geprüft werden.“ Außerdem fördere das Ministerium aktuell das Forschungsprojekt „Stark gegen FGM/C - Bundesweite Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse zur FGM/C-Schulungslandschaft“ (Laufzeit: August 2026 - Dezember 2026, Fördervolumen:134.216,00 Euro, Träger: Plan International Deutschland e. V. und TERRE DES FEMMES). Aussagen zu eventuellen Forschungslücken könnten aber erst zum Projektende abgeleitet werden, heißt es weiter in der Antwort.