EUFOR ALTHEA in Bosnien und Herzegowina
Am 11. Juni 2026 billigte der Deutsche Bundestag die Fortsetzung der militärischen Beteiligung an der EU-Operation EUFOR ALTHEA um ein weiteres Jahr. Schon seit dem Ende des Bosnienkrieges im Jahr 1995 waren NATO-Truppen in Bosnien und Herzegowina stationiert. 2004 übernahm die EU den Auftrag der Stabilisierung und Friedenssicherung im Rahmen der Operation EUFOR ALTHEA. Nachdem die deutsche Beteiligung im Jahr 2012 zunächst geendet hatte, beschloss der Deutsche Bundestag wegen fortbestehender innerer Spannungen im Land und zum Schutz vor Destabilisierung die Wiederaufnahme der Mission im Jahr 2022. Hintergrund hierfür ist die anhaltende ethnische und politische Spaltung zwischen Bosniaken sowie bosnischen Kroaten auf der einen Seite und den bosnischen Serben in der Republika Srpska auf der anderen, die innenpolitische Prozesse dominiert und notwendige Reformen erheblich erschwert.
Zugleich wächst mit Blick auf den völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine die Sorge, dass Russland durch eine gezielte hybride Destabilisierung des Westbalkans bestehende Spannungen innerhalb der EU verstärken könnte. Mit den im Oktober 2026 anstehenden Wahlen in Bosnien und Herzegowina erwartet die EU zusätzliche Konflikte. Die Präsenz der multinationalen Kräfte von EUFOR ALTHEA soll einen entsprechenden Stabilisierungsbeitrag leisten.
Das aktuelle Einsatzmandat sieht eine potenzielle Verlegung von bis zu 50 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in die Republik vor. Zu den mandatierten Aufgaben zählen vor allem die Stärkung der bosnisch-herzegowinischen Sicherheits- und Verteidigungsstrukturen sowie die Förderung staatlicher Institutionen, um Spannungen entgegenzuwirken, die den Friedensprozess gefährden könnten. Die Bundeswehr beteiligt sich dabei vor allem an Ausbildungs-, Beratungs- und Unterstützungsaufgaben sowie an Maßnahmen zur Lagebeobachtung und Vertrauensbildung.