Besuch

Nicola Borgmann / Christoph Brech

Illustration des Werks der Künstler Nicola Borgmann und Christoph Brech

(© Nicola Borgmann / Christoph Brech)

„Blickwechsel“, 2024/25 
SB-Restaurant im Erweitungsbau Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Der Standort für die Installation „Blickwechsel“ liegt im Souterrain des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses. Der Raum, der als Mitarbeiterrestaurant genutzt wird, ist durch große Fensterflächen zwar gut belichtet, bietet jedoch keinerlei Ausblick auf die Umgebung.

„Für das im Souterrain des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses gelegene Restaurant soll mittels zweier großformatiger LED-Screens ein optischer Bezug zur angrenzenden Spree hergestellt werden.“
Zwei Kameras filmen die Spree und übertragen in Echtzeit die Wasseroberfläche auf zwei große LED-Wände im Restaurant (9 x 1 m und 2 x 2 m). Beide Kameras sind auf die Mitte der Spree gerichtet, die ehemalige Grenzlinie zwischen Ost- und Westdeutschland, somit bekommt „Blickwechsel“ eine weitere Deutungsebene. Unsichtbares wird sichtbar gemacht.
Das Wasser dient dabei als „Reflektor, Spiel der Realität: ob der Himmel blau oder grau ist, ob es Wolken gibt, ob es stürmisch oder windstill ist; alles lässt sich auf der Wasseroberfläche ablesen. Der reduzierte Bildausschnitt öffnet Horizonte, die Projektion der Wirklichkeit potenziert diese in ungeahnter Weise.“
Das Kunstwerk erhielt bei einem Kunst-am-Bau-Wettbewerb den ersten Preis und wurde von der Jury zur Realisierung empfohlen: „Es entsteht die Illusion eines Fensters, die dem Besucher zeigt, was er in Wirklichkeit nicht sehen kann. Das in Realzeit im Innenraum präsentierte Bild hat unterhaltenden aber auch meditativen Charakter, weil der Blick auf Wasser ohne Horizont unerreichbare Sehnsüchte evoziert.“ (Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichts)

Informationen zu den Künstlern

Nicola Borgmann wurde 1967 in Münster geboren, lebt und arbeitet in München. Sie ist Kunsthistorikern, Architektin, Kuratorin und leitet die Architekturgalerie in München. Gemeinsam mit Elisabeth Endres, Daniele Santucci und Gabriele G. Kiefer kuratierte Nicola Borgmann den Deutschen Pavillon 2025 auf der 19. Architekturbienale in Venedig. Sie ist Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung, des Deutschen Werkbunds sowie Ehrenmitglied im BDA.
Christoph Brech wurde 1964 in Schweinfurt geboren, lebt und arbeitet in München. Sein Studium der Malerei und Grafik absolvierte er an der Akademie für Bildende Künstler. Er war 2003-2004 Artist in Residence in Montrèal/Canada und 2006 war er mit einem Stipendium in der Villa Massimo in Rom/Italien. Brechs Werke konzentriert sich auf Videoarbeiten, Rauminstallationen und Arbeiten im öffentlichen Raum. Er gilt als einer der wichtigsten Videokünstler Deutschlands und seine Arbeiten wurde mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet.

(kvo, bfe)