Besuch

François Morellet

Haute et basse tension von François Morellet im Paul-Löbe-Haus
Haute et basse tension von François Morellet im Paul-Löbe-Haus
Haute et basse tension von François Morellet im Paul-Löbe-Haus
Haute et basse tension von François Morellet im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus
Haute et basse tension von François Morellet im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

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Haute et basse tension“ von François Morellet im Paul-Löbe-Haus (© DBT/Stephan Klonk)

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Haute et basse tension“ von François Morellet im Paul-Löbe-Haus (© DBT/Stephan Klonk)

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Haute et basse tension“ von François Morellet im Paul-Löbe-Haus (© DBT/Stephan Klonk)

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Haute et basse tension“ von François Morellet im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus (© DBT/Stephan Klonk)

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Haute et basse tension“ von François Morellet im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus (© DBT/Stephan Klonk)

Haute et basse tension“ 

Versammlungshalle Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Das Kunstwerk „Haute et basse tension“  (Deutsch: Hoch- und Niederspannung) von Francois Morellet bespielt zwei Häuser: das Paul-Löbe-Haus und das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Vom Bundeskanzleramt aus kommend, sind durch die Glasfassade des Paul-Löbe-Hauses farbige Neonlichtbänder zu sehen: rot, gelb, grün und blau. Sie leiten von West nach Ost durch die Halle und setzen sich fort im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus als schwarz-weiße Neoninstallation. Die raumgreifende Lichtinstallation ist im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus deutlich reduzierter mit einem einzelnen weißen, im rechten Winkel geknickten Neonelement, welches sich mit einem schwarzen Metallband in der Mitte der Halle trifft und von diesem gehalten wird. Die gegensätzlichen Elemente – Licht und Metall – sind aufeinander angewiesen, tragen und ergänzen sich. Es kann als eine Anregung für die täglichen politischen Auseinandersetzung verstanden werden, bei denen die Vielfalt und Unterschiedlichkeit bei demokratischen Prozessen besonders im Gleichgewicht zu Erfolgen führt.

Beide Häuser sind durch eine architektonisch strenge und klare Gliederung geprägt. Morellets durchhängende, farbige Neonbänder im Paul-Löber-Haus schaffen einen bewegten Rhythmus, der trotz der minimalistischen Reduzierung auf Farbbänder im Spannungsfeld zur Architektur steht. Die Reduzierung auf ein einzelnes Element im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus zeugt von einer subtilen und reduzierten Klarheit und Eleganz. Das Licht in Röhren oder Bändern diente Morellet als einfaches lineares Gestaltungsmittel und überwindet mit dem spielerisch, leichten Medium Licht das dominante architektonische Konzept des Gebäudes.

Erst zum Abend hin, wenn der parlamentarische Alltag allmählich ruhiger wird und schwindet, tritt das Lichtkunstwerk immer stärker hervor. 

Informationen zum Künstler

François Morellet war einer der wichtigsten Vertreter der Konkreten Kunst der Gegenwart, dessen Neoninstallationen und kinetische Skulpturen weltweit Anerkennung finden. Er arbeitete mit grundlegenden geometrischen Formen und besticht in seinen Gemälden, kinetischen Skulpturen und Lichtinstallationen mit der geometrischen Abstraktion. Geboren am 30. April 1926 in Cholet, Frankreich, gestorben am 11. Mai 2016 in seinem Geburtsort. (kvo, bfe)