Maurizio Nannucci

Maurizio Nannucci: Blauer Ring (© DBT/Klonk)
„Blauer Ring“, 1998/2003,
Bibliotheksrotunde im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus
In der Rotunde der Bibliothek leuchtet weithin sichtbar ein eine Neon-Installation des italienischen Künstlers Maurizio Nannucci, einem weltweit bekannten Konzept- und Lichtkünstler, der seit 1967 Neoninstallationen gestaltet. Für die Installation für die Bibliothek im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus wählte Nanucci einen auf Hannah Arendts Schriften beruhenden Text: „Freiheit ist denkbar als Möglichkeit des Handelns unter Gleichen / Gleichheit ist denkbar als Möglichkeit des Handelns für die Freiheit “. Maurizio Nannuccis Adaption versteht sich als eine Reflexion auf politisches Handeln und verweist auf eine der bedeutendsten politischen Philosophinnen des 20. Jahrhunderts. Er begründete seine Auswahl so: „Für Hannah Arendt stellt der Prozess des Verstehens eine elementare Tätigkeit menschlichen Seins dar. Die Philosophin beschreibt das Verstehenwollen und Verstehenmüssen als eine kreisförmige, nie endende Tätigkeit (…).“
Maurizio Nannucci weist auf das Spannungsfeld zwischen den Konzepten von Freiheit und Gleichheit hin. Die kreisförmige Anordnung bildet dabei einen scheinbar nie endenden Dialog zwischen den beiden Prinzipien. Betrachtet man das eine, verschwindet das andere wieder aus dem Blickfeld. Auf diese Weise verweist Nanucci auf die Funktion des Hauses, in dem genau diese Gestaltungsmöglichkeiten diskutiert und entschieden werden. Die Bibliothek als Ort, an dem unser Wissen und unsere Kultur gesammelt wird, ist für eine künstlerische Schriftarbeit besonders geeignet.
Die Neoninstallation als Schriftzug zeigt die Vorliebe des Künstlers, mit Schrift zum Denken anzuregen: „Er verbindet Sprache, Licht und Raum zu poetischen Situationen und erzeugt mit der Flüchtigkeit des Lichtes sphärische Räume, die auch durch die Vorstellungskraft der Betrachter entstehen“ (Sabine Oppholzer in Kunst in Salzburg)
Informationen zum Künstler
Maurizio Nannucci wurde am 20. April 1939 in Florenz geboren. Seit den 1960er Jahren arbeitet er als Fotograf, Videoproduzent und Lichtkünstler. Mit seinen Neoninstallation, insbesondere mit seinen Werken in Verbindung mit Sprache, gehört er zu den weltweit bekanntesten Neonkünstler. Die Arbeit in der Rotunde der Bibliothek wird als exemplarische Arbeit dieser Kunstrichtung gesehen.
Er lebt und arbeitet in Florenz und Süddeutschland. (kvo, bfe)