Carl Emanuel Wolff
„Fische“, 2011/16
Südhof
Der Künstler Carl Emanuel Wolff hat die nahe Spree unweit des Südhofs im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus als Inspiration aufgenommen. Dazu verwandelt er den Standort seiner Installation, zu einem imaginären Schiffsladeraum, in dem silbrig glänzende Fische auf und neben geometrischen Betonquadern liegen. „Die Fische spielen mit dem Licht, das unten ankommt. Der Hof ist unzugänglich, wie ein Bild im Rahmen, birgt die Architektur hier die Plastik an Ihrem ihr eigenen Ort“, erläuterte der Künstler seinen Entwurf.
Carl Emanuel Wolff ging als Preisträger mit seiner Skulptur aus einem Kunst-am-Bau-Wettbewerb hervor. Das Preisgericht urteilte: „Der Künstler positioniert circa 200 silbern glänzende Fische einzeln und in unterschiedlich großen Haufen über die gesamte Fläche und setzt sie in Bezug zu elf geometrischen Betonelementen. Die Assoziationen einer Fischverarbeitung in einem Schiffsrumpf oder einer Fischverarbeitungsfabrik schaffen eine Verbindung zur nahegelegenen Spree. Trotz der Anhäufungen der Fischleiber, verleiht der Künstler den einzelnen Fischen durch die Gestaltung der Mäuler und Schwanzflossen, sowie durch die Schwerkraft bestimmte Form des einzelnen Körpers, eine individuelle Charakteristik. (…) Der surreal poetische Bezug der Arbeit zum Standort an der Spree lädt den Betrachter zu vielfältigen Diskussionen ein und verspricht eine spannende und kontroverse Auseinandersetzung, was der Anspruch an ein Werk für diesen speziellen Ort sein sollte.“
Für die Modelle der aus Aluminium gegossenen Fischleiber wurden ca. zwölf Tonnen Ton verarbeitet. C.E. Wolff sagt selbst: „Ich habe ein Verfahren gefunden, den Ton in einer Art Halfpipe so zu rollen, dass sich die Fische eigentlich selbst modellieren. Dann werden sie aufeinander geworfen und machen auch noch ihre Krümmung von selbst. Die Plastik macht sich also eigentlich von selbst aus einem ganz ursprünglichen Material und ich kann dabei zusehen, wie sie langsam wächst.“
Informationen zum Künstler
Carl Emanuel Wolff wurde 1957 in Essen geboren und studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf. 1981 erhielt er ein Stipendium für das PS I in New York und 1986 das Stipendium der Stiftung Kunstfonds. Er erhielt mehrere Preise und lehrte als Gastprofessor wie auch ordentlicher Professor an verschiedenen Hochschulen. Als emeritierter Professor lebt und arbeitet er in Essen. 2011 gewann er den Kunst-am-Bau-Wettbewerb zur Realisierung der Fische für den Südhof des Deutschen Bundestags.
Carl Emanuel Wolffs Werke bestehen vorrangig aus Skulpturen und Installationen. Seine Plastiken sind meist gegenständlich, die sich oft an bekannten Geschichten orientieren.
(kvo, bfe)