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Bundestag beteiligt sich an der Kampagne „#WeRemember“

Der israelische Parlamentspräsident der Knesset in Israel Mickey Levy, Bundestagspräsidentin Baerbel Bas und Wolfgang Sobotka, Nationalratspräsident in Österreich stehen vor dem Westportal des Reichstagsgebäudes mit dem Schriftzug der Kampagne #WeRemember. Sie halten Plakate in der Hand mit dem Schriftzug #WeRemember.

Der israelische Parlamentspräsident Mickey Levy (links), Bundestagspräsidentin Bärbel Bas und der österreichische Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka vor dem Westportal des Reichstagsgebäudes mit dem Schriftzug der Kampagne „#WeRemember“.

© DBT/Florian Gärtner/photothek

Der Deutsche Bundestag beteiligt sich in diesem Jahr an der Kampagne „#WeRemember aus Anlass des internationalen Holocaust-Gedenktages am Donnerstag, 27. Januar 2022

Digitale Erinnerungsaktion

Die Kampagne wurde 2017 vom Jüdischen Weltkongress (World Jewish Congress, WJC) zusammen mit der Unesco, der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation, ins Leben gerufen. Sie richtet sich nicht nur gegen Antisemitismus und alle Formen von Völkermord, Hass und Fremdenfeindlichkeit, sondern will auch zur weiteren Aufklärung über den Holocaust beitragen.

Hauptbestandteil der diesjährigen Kampagne ist eine digitale Erinnerungsaktion: Menschen aller Länder und Religionen sind dazu aufgerufen, vom 20. bis 27. Januar 2022 Fotos, auf denen sie ein Plakat mit der Aufschrift „#WeRemember“ halten, in den sozialen Medien zu veröffentlichen.

Projektion auf das Reichstagsgebäude

Im Bundestag wird bis 27. Januar 2022 jeweils von 16 Uhr bis 7 Uhr der Schriftzug „#WeRemember“ auf die westliche Seite des Reichstagsgebäudes projiziert. Zudem ist ein dreidimensionaler Schriftzug auf der Treppe des Westportals des Reichstagsgebäudes aufgestellt.

Die Teilnahme an der Kampagne steht im Zeichen des Engagements des Bundestages für das Gedenken an den Holocaust. Der Einsatz gegen Antisemitismus soll so auch in der digitalen Welt sichtbar gemacht werden. Neben dem Europäischen Parlament beteiligen sich andere nationale Parlamente der Europäischen Union ebenfalls.

Treffen mit dem österreichischen Parlamentspräsidenten Sobotka

Dazu zählt der österreichische Nationalrat, dessen Präsident Wolfgang Sobotka am Dienstag, 25. Januar, in Berlin mit Bundestagspräsidentin Bärbel Bas zusammentraf. Die Konferenz der Parlamentspräsidenten der EU hatte am 10. Mai 2021 Sobotkas Vorschlag begrüßt, sich der „#WeRemember“-Kampagne anzuschließen, deren Ziel zu unterstützen, sich jeglicher Art von Hass, Hetze und Antisemitismus entgegenzustellen und entschieden für Demokratie und Pluralismus einzutreten.

Die Parlamentspräsidenten kamen damals überein, am 27. Januar 2022 ein gemeinsames Zeichen zu setzen und sich an der Kampagne zu beteiligen. Das österreichische Parlament hatte bereits im Januar 2021 einen Teil der Hofburg, des vorübergehenden Sitzes des Parlaments, mit dem Schriftzug „#WeRemember“ illuminiert.

„Gemeinsam ein Zeichen setzen“

„Wir wollen gemeinsam ein Zeichen setzen, dass wir uns mit der Geschichte auseinandergesetzt haben“, sagte Bas. Schließlich habe es lange gedauert, bis Deutschland die Menschheitsverbrechen anerkannt habe. „Und es ist uns wichtig, das Gedenken wachzuhalten, eine Erinnerungskultur wachzuhalten“, so die Bundestagspräsidentin. Ziel der Kampagne sei es, in sozialen Netzwerken deutlich zu zeigen, „dass wir den Hass und den Antisemitismus nicht tolerieren“.

„Antisemitismus ist in Europa seit Jahrhunderten eine Geisel, die die Gesellschaft in ihrem friedlichen Zusammenleben bedroht“, fügte Sobotka hinzu. Er sei nicht nur eine Bedrohung für die jüdische Gemeinde, sondern für die Demokratie insgesamt und müsse auch in Zukunft auf allen Ebenen bekämpft werden. Aus Sicht des österreichischen Nationalratspräsidenten sind Erinnern und Gedenken einer der „wesentlichsten Momente für die Gesellschaft“.

Israelischer Parlamentspräsident Levy zu Gast

Bas und Sobotka trafen am 25. Januar auch mit dem israelischen Parlamentspräsidenten Mickey Levy zusammen. Die Kampagne sei ein „Meilenstein in der Zusammenarbeit zwischen unseren Demokratien“, sagte Levy. Die Shoah habe Wunden hinterlassen, die in der Geschichte der Menschheit nicht heilen werden, so der Knesset-Präsident. Er bedankte sich für die Verpflichtung Deutschlands und Österreichs, die Erinnerung an die Shoah wachzuhalten, sowie für den „wichtigen Kampf gegen den Antisemitismus und die Leugnung des Holocausts“.

Levy wird am 27. Januar während der Gedenkstunde des Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus sprechen. Zuvor nimmt er an einer gemeinsamen Kranzniederlegung mit den Vertretern der deutschen Verfassungsorgane im Stelenfeld des Denkmals für die ermordeten Juden Europas teil. Levy wird unter anderem begleitet vom stellvertretenden Parlamentspräsidenten David Bitan von der Likud-Fraktion und von Knesset-Generaldirektor Gil Segal.

Geplant ist am 26. Januar auch ein Treffen Levys mit den Abgeordneten Alexander Graf Lambsdorff (FDP), Gitta Connemann (CDU/CSU), Kerstin Griese (SPD), Jan Korte (Die Linke) und Sven-Christian Kindler (Bündnis 90/Die Grünen), die dem Vorstand der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe der vergangenen Wahlperiode angehörten. (vom/irs/25.01.2022)

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