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Tino Chrupalla: Günstige Energie durch den Wieder­einstieg in die Kernkraft

Tino Chrupalla.

Der Co-Vorsitzende der AfD-Fraktion sieht in günstiger Energie die „Grundbedingung für eine gesunde Wirtschaft“. (DBT/Thomas Köhler/photothek)

Nach Einschätzung des Vorsitzenden der AfD-Fraktion, Tino Chrupalla, haben sich die steigenden Energiepreise zum zentralen Problem für Deutschland entwickelt. „Wir versprechen günstige Energie durch den Wiedereinstieg in die Kernkraft sowie die Reparatur und Inbetriebnahme der Nord Stream-Pipelines“, sagt er im Interview. Chrupalla verweist zudem auf „weit über 300.000 Asylerstanträge“, die in 2023 zu verzeichnen seien. „Die Massenzuwanderung ist ungebrochen“, sagt er. So könne es nicht weitergehen. „Wir müssen diese Zuwanderung als Ordnungsproblem begreifen“, verlangt der AfD-Fraktionsvorsitzende.

Herr Chrupalla, was waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Erfolge der AfD-Fraktion im Jahr 2023?

Wir haben unseren Wählerauftrag erfüllt und erfolgreich Oppositionspolitik gemacht. Die Ampel-Koalition hat mit der grünen Energiewende und mit ihrer wertegeleiteten Außenpolitik den Wohlstand und die Sicherheit der deutschen Bürger gefährdet und teils schon verspielt. Wir haben gezeigt, wie Politik für die Interessen der Bürger aussehen muss. Während sich alle Fraktionen in den Mantel des Schweigens über den Anschlag auf Nord Stream hüllten, forderten wir im Deutschen Bundestag einen Untersuchungsausschuss. Kein fremder Staat darf unsere kritische Infrastruktur zerstören! Mit vielen Anträgen haben wir uns gegen Kernkraftausstieg, Heizungsverbot und Massenzuwanderung gewehrt. Um Deutschland aus der Krise zu führen, haben wir ein Zehn-Punkte-Sofortprogramm für eine AfD-geführte Bundesregierung vorgelegt. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt unserer interessengeleiteten Politik.

Was halten Sie für die größte Herausforderung im kommenden Jahr? Welche thematischen Schwerpunkte will Ihre Fraktion 2024 setzen?

Die Ampel-Koalition will unser Land transformieren. Das Transformationsprogramm der Bundesregierung bedeutet im Ergebnis Deindustrialisierung, Verarmung und soziale Verwerfungen. Wir wollen nächstes Jahr im Bundestag einen Strukturaufbau anstoßen. Unsere Schwerpunkte liegen in den Bereichen Wirtschaft, Infrastruktur und Soziales. Als Querschnittsthema wollen wir verstärkt Digitales behandeln. Wir stehen vor tiefgreifenden globalen Umbrüchen und müssen die Chancen darin suchen. In einer multipolaren Welt soll nicht Konfrontation, sondern Konnektivität im Zentrum der Politik stehen. Wenn wir uns mit allen Nachbarn gut verstehen, wenn Straßen und Schienen unsere Länder verbinden und wir Rohstoffe frei und friedlich handeln, dann profitieren auch die Bürger unserer Länder davon. Das verstehen wir unter Sozialem: Das Zusammenleben der Menschen muss so gestaltet werden, dass alle etwas davon haben. Das Wichtigste ist eine gesunde Wirtschaft. Dann finden alle Bürger Arbeit und können mit ihren Familien in Wohlstand und Freiheit leben. Die Grundbedingung für eine gesunde Wirtschaft ist aber günstige Energie. Um diese Vision in der Nation und auf dem Kontinent Europa zu verwirklichen, wird unsere Bundestagsfraktion nach der Europawahl eng mit der neuen Europadelegation zusammenarbeiten.

Welche Ziele werden Sie als Fraktionsvorsitzender verstärkt verfolgen? Gibt es ein Thema, für das Sie sich persönlich besonders einsetzen wollen?

Als Vorsitzender fühle ich mich für alle Themen verantwortlich. Wichtig wird es sein, die Themen in Zukunft noch stärker zu verzahnen und umfassende Konzepte und Kommunikationsstrategien zu entwickeln. Die Gewichtung habe ich skizziert. Die steigenden Energiepreise haben sich zum zentralen Problem für unser Land entwickelt. Wir versprechen günstige Energie durch den Wiedereinstieg in die Kernkraft sowie die Reparatur und Inbetriebnahme der Nord Stream-Pipelines. Die Massenzuwanderung ist ungebrochen. Dieses Jahr werden wir weit über 300.000 Asylerstanträge verzeichnen. So kann es nicht weitergehen. Wir müssen diese Zuwanderung als Ordnungsproblem begreifen. In den jetzigen Umbrüchen müssen wir eine Ordnung schaffen, in der alle Menschen ein gutes Leben in ihrer Heimat führen können. Syrer oder Afghanen ebenso wie Deutsche oder Italiener. Die Kombination von offenen Grenzen und Interventionskriegen in Asien war verheerend. Wir brauchen einen wirksamen Grenzschutz und müssen anderen Ländern wieder den nötigen Respekt erweisen. Dabei müssen wir die Besonderheiten einer jeden Zivilisation anerkennen. Mit jedem Land können wir gute und respektvolle Beziehungen pflegen. Wir dürfen Respekt und Mitgefühl niemals ablegen. Wir müssen uns für den Frieden engagieren, in der Ukraine oder dem Nahen Osten. Damit sorgen wir langfristig auch für Frieden auf dem Kontinent. (hau/27.12.2023)

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