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  • 1. Lesung
Wirtschaft

Robert Habeck wirbt um Unterstützung für die Wachstumsinitiative

Der Bundestag hat sich am Freitag, 13. September 2024, in erster Lesung gut eineinhalb Stunden lang mit dem Etatentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz beschäftigt. Der Einzelplan 09 des Bundeshaushalts 2025 (20/12400(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) umfasst Ausgaben von 10,26 Milliarden Euro gegenüber 11,09 Milliarden Euro in diesem Jahr. 

Bundesminister Dr. Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) muss also auf mehr als 800 Millionen Euro verzichten. Erwartet werden im Einzelplan 09 Einnahmen von 2,57 Milliarden Euro (2024: 1,81 Milliarden Euro). Der Einzelplan 09 wurde am Freitag, 13. September, zur weiteren Beratung an den Haushaltsausschuss überwiesen.

Minister wirbt für Wachstumsinitiative

Minister Habeck erklärte den Status quo in Deutschland – eine Kombination aus konjunktureller Produktions- und Wachstumsschwäche und einer grundlegenden Strukturschwäche – und warb bei der Opposition dafür, die von der Ampelkoalition auf den Weg gebrachte Wachstumsinitiative zu unterstützen. 

Die könne, würde sie komplett umgesetzt, ein halbes Prozent mehr Wachstum bringen. Was auch eine politische Dimension habe, denn: Auf Wachstum und Wohlstand beruhe die Demokratie.

CDU/CSU: Das ist Ihre Rezession

Jens Spahn (CDU/CSU) hielt dem entgegen, das Einzige, was in Deutschland wachse, das sei die Zahl abwandernder Unternehmen, abwandernder Investitionen und abgebauter Stellen.

„Das ist Ihre Rezession“, sagte Spahn. Und die „grüne Transformation“ der Ampel sei keine Verheißung für die Bürger, sondern eine Bedrohung.

SPD: Waren jahrelang mit Krisenmanagement beschäftigt

Frank Junge (SPD) fragte Spahn, wo er in den letzten Jahren gewesen sei – und erinnerte daran, dass die Ampel zunächst einmal mit den Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine zu tun gehabt und erfolgreich verhindert habe, dass man im Winter im Kalten und Dunklen saß. 

Jetzt werde man vom Krisenmanagement zur Gestaltung zu kommen. Das spiegele sich auch im vorliegenden Haushaltsentwurf wider, sagte Junge.

AfD wirft Ampel „ökosozialistischen Murks“ vor

An diesem Entwurf mochte allerdings AfD-Vertreter Leif-Erik Holm kein gutes Haar lassen. Die Ampel rechne die Einnahmen hoch und die Ausgaben runter – ein seriöser Kaufmann mache es umgekehrt. 

Der „ökosozialistische Murks“ der Ampel zerstöre den Wohlstand in Deutschland, sagte Holm und plädierte für bezahlbare Energie und Technologieoffenheit: „Weg mit dem Verbrennerverbot.“

FDP fordert für mehr Wettbewerb

Für weniger Staatsdirigismus und mehr marktwirtschaftlichen Wettbewerb warb auch FDP-Redner Karsten Klein. 

Aufgabe der Politik ist es aus seiner Sicht, Ziele vorzugeben. Die Wege zur Erreichung des Ziels seien nicht Aufgabe der Politik.

Grüne: Transformation heißt nicht „Untergang des Landes“

Felix Banaszak (Bündnis 90/Die Grünen) bedauerte, dass das Wort „Transformation“ sich beim politischen Gegner vielfach nach „Untergang des Landes“ anhöre. Aber jetzt sei die Zeit, die Weichen für die Zukunft zu stellen. 

Das sei schwierig, so der Abgeordnete, und es könnte Probleme dabei geben und man könnte deshalb sagen: „Lassen wir es lieber.“ Aber man könnte den Wandel auch mit noch mehr Mut und mehr Einsatz angehen wollen. Das wäre eher sein Ansatz, betonte Banaszak.

Innovation, Technologie, neue Mobilität

Der größte Teil der geplanten Ausgaben im Wirtschafts- und Klimaschutzetat entfällt auf den Bereich „Innovation, Technologie und neue Mobilität“, für den 4,15 Milliarden Euro eingeplant sind (2024: 4,54 Milliarden Euro). Auf die „neue Mobilität“ entfallen davon 443,31 Millionen Euro (2024: 587,38 Millionen Euro). Darin enthalten ist unter anderem ein „Zukunftsinvestitionsprogramm für Fahrzeughersteller und die Zulieferindustrie sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekte für transformationsrelevante Innovationen und regionale Innovationscluster“ mit 227,51 Millionen Euro (2024: 303,63 Millionen Euro). Für die Titelgruppe „Digitale Agenda“ sind 507,25 Millionen Euro vorgesehen (2024: 596,01 Millionen Euro). 

2,33 Milliarden Euro (2024: 2,39 Milliarden Euro) sind für die Förderung von Luft- und Raumfahrt in den Etat eingestellt, von denen 943,75 Millionen Euro als Beitrag an die Europäische Weltraumorganisation ESA in Paris gehen (2024: 1,04 Milliarden Euro).

1,13 Milliarden Euro für Mittelstandsförderung

Der Mittelstand soll laut Haushaltsplan mit 1,13 Milliarden Euro unterstützt werden (2024: 1,17 Milliarden Euro). Mehr als die Hälfte davon – 649,33 Millionen Euro – sind Zuweisungen für betriebliche Investitionen und wirtschaftsnahe Infrastrukturmaßnahmen im Rahmen der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (2024: 679,43 Millionen Euro).

Finanzierung der Flüssiggas-Terminals

Für „Energie und Nachhaltigkeit“ sind im Etatentwurf 2,85 Milliarden Euro vorgesehen (2024: 3,33 Milliarden Euro). Knapp eine Milliarde Euro (973,23 Millionen Euro) davon werden zur Finanzierung der LNG-Standorte (Flüssiggas-Terminals) eingeplant (2024: 1,16 Milliarden Euro). Auf die Energieforschung entfallen 482,51 Millionen Euro (2024: 569,03 Millionen Euro) und auf die Sanierung des früheren Uranbergbaus in der DDR sowie auf das Auslaufen der Steinkohlesubventionen 158,12 Millionen Euro (2024: 168,82 Millionen Euro).

Für den Klimaschutz sieht der Etatentwurf 702,34 Millionen Euro vor (2024: 810,64 Millionen Euro), davon 635 Millionen Euro für Investitionen zum Schutz des Klimas und der Biodiversität im Ausland (2024: 735,01 Millionen Euro). (hau/mis/13.09.2024)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Bas, Bärbel

Bundestagspräsidentin

Bärbel Bas

Bärbel Bas

© SPD-Bundestagsfraktion/ Photothek Berlin

Habeck, Dr. Robert

Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz

Robert Habeck

Robert Habeck

© B'90/DIE GRÜNEN/Nadine Stegemann

Spahn, Jens

CDU/CSU

Jens Spahn

Jens Spahn

© Jens Spahn/ Anne Hufnagl

Junge, Frank

SPD

Frank Junge

Frank Junge

© Frank Junge

Holm, Leif-Erik

AfD

Leif-Erik Holm

Leif-Erik Holm

© Leif-Erik Holm/Vadin Derksen

Klein, Karsten

FDP

Karsten Klein

Karsten Klein

© Karsten Klein/Dominik Konrad

Klöckner, Julia

CDU/CSU

Julia Klöckner

Julia Klöckner

© Julia Klöckner/ Torsten Silz

Banaszak, Felix

Bündnis 90/Die Grünen

Felix Banaszak

Felix Banaszak

© BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW/ Cornelis Gollhardt

Wiehle, Wolfgang

AfD

Wolfgang Wiehle

Wolfgang Wiehle

© Wolfgang Wiehle

Miersch, Dr. Matthias

SPD

Dr. Matthias Miersch

Dr. Matthias Miersch

© Dr. Matthias Miersch/ Fionn Große

in der Beek, Olaf

FDP

Olaf in der Beek

Olaf in der Beek

© DBT/ Stella von Saldern

Jung, Andreas

CDU/CSU

Andreas Jung

Andreas Jung

© Andreas Jung/ Otto Kasper

Badum, Lisa

Bündnis 90/Die Grünen

Lisa Badum

Lisa Badum

© Lisa Badum/ Stefan Kaminski

Bernhard, Marc

AfD

Marc Bernhard

Marc Bernhard

© Marc Bernhard

Hubertz, Verena

SPD

Verena Hubertz

Verena Hubertz

© Verena Hubertz/Linda Blatzek

Cezanne, Jörg

Gruppe Die Linke

Jörg Cezanne

Jörg Cezanne

© DBT / Inga Haar

Houben, Reinhard

FDP

Reinhard Houben

Reinhard Houben

© Reinhard Houben/ Maurice Cox

Durz, Hansjörg

CDU/CSU

Hansjörg Durz

Hansjörg Durz

© Hansjörg Durz/ Tobias Koch

Westphal, Bernd

SPD

Bernd Westphal

Bernd Westphal

© Bernd Westphal/Photothek

Mattfeldt, Andreas

CDU/CSU

Andreas Mattfeldt

Andreas Mattfeldt

© Andreas Mattfeldt/Tobias Koch

Scheer, Dr. Nina

SPD

Nina Scheer

Nina Scheer

© Photothek

Cotar, Joana

fraktionslos

Joana Cotar

Joana Cotar

© Deutscher Bundestag / Inga Haar

Werner, Lena

SPD

Lena Werner

Lena Werner

© Lena Werner/ Fionn Große

Magwas, Yvonne

Bundestagsvizepräsidentin

Yvonne Magwas

Yvonne Magwas

© Yvonne Magwas/Tobias Koch

Dokumente

  • 20/12400 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2025 (Haushaltsgesetz 2025 - HG 2025)
    PDF | 72 MB — Status: 16.08.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

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Stand: 24.08.2026